LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Beim „Makerfest“ werden Kinder spielerisch mit neuen Technologien vertraut gemacht

Seit gestern können kleine und große Technikbegeisterte sich im Forum Geesseknäppchen bei der siebten Auflage des „Makerfest“ so richtig austoben. Kinder ab sechs Jahren, die sich für die Veranstaltung angemeldet haben, sind auch heute noch herzlichst willkommen 3D Drucker, Drohnen und Co. auszuprobieren. Eine Altersbeschränkung nach oben gibt es hier nicht. Sowohl Schulklassen als auch „Maisons relais“ und Familien oder Gruppen aus Jugendhäusern können an den zahlreichen Aktivitäten, die sich über zwei Stockwerke des Forums ausbreiten, beteiligen. Das „Makerfest“, dessen Winteredition jährlich im Dezember vom „Service National de la Jeunesse“ (SNJ) organisiert wird, lädt dazu ein die Vielfältigkeit manueller und technologischer Disziplinen sowie die Kombination aus beidem näher kennenzulernen. „BEE CREATIVE legt den Fokus aber vor allem auf E-Skills, das heißt auf alles, was mit Technologie zu tun hat. Allerdings können das auch ganz einfache Dinge sein: Man kann beispielsweise etwas aus Holz bauen und ein LED Licht anbringen und schon hat man den Technologie-Faktor mit eingebracht. Wir versuchen für die Kleinen erst einmal die Basics anzubieten“, erklärt Sarah Dell’Aera vom SNJ.

Strahlende Kindergesichter

Die Faszination auf dem Geesseknäppchen war gestern schon riesig. Kinder tobten umher, lachten, schauten begeistert den Drohnen hinterher oder waren fleißig am Basteln. Es wurde gemalt, gehämmert, programmiert und kodiert. Einige gingen auf große Reise in die virtuelle Realität. Was aber besonders auffiel, war die Begeisterung für die zahlreichen 3D Drucker. „Für Kinder sind sie natürlich extrem spannend. Sie rennen dahin, wollen wissen, was das ist und wie sie funktionieren. Man kann halt einfach alles mit einem 3D Drucker ausdrucken. Es gibt sogar Leute, die sich selbst scannen lassen, damit sie sich dann als Figur ausdrucken können“, erklärt Dell’Aera weiter, glücklich über die zahlreichen Kinderlächeln. Es bestand wohl die Angst, dass einige der Stände vielleicht zu anspruchsvoll für die Kleineren sein könnten, doch die wurde den Organisatoren gleich am Montagmorgen genommen. Alle Workshops waren gut besucht und die Kinder ließen sich von den Herausforderungen nicht unterkriegen, ganz im Gegenteil sogar. „Im Endeffekt kommen alle super mit und sind motiviert bei der Sache“, freut sich das Mitglied des SNJ. „Es ist so mega cool!“, antworten die etwas Kleineren auf die Frage, wie ihnen das „Makerfest“ bisher gefällt. Heute soll es wohl noch deutlich voller werden, da bereits viele „Maisons relais“ sich angemeldet haben.

Unterschiedliche Interessen

Natürlich haben die Organisatoren bedacht, dass jemand der erst sechs Jahre alt ist womöglich andere Interessen vertritt als ein Teenager. Während die Größeren sich gestern an die etwas schwierigeren Dinge, wie das Kodieren und Programmieren wagten, wollten die Kleinen lieber basteln. „Für sie ist es das Schönste, wenn sie das, was sie gebaut oder gebastelt haben auch mit nach Hause nehmen können. Sie wollen etwas zum Anfassen, etwas, bei dem sie mit Stolz sagen können: ‚Guck mal, das habe ich gemacht‘“, erklärt die Organisatorin. Ein Stand, der für strahlende Augen gesorgt hat, war beispielsweise der, an dem kleine Schweinchen aus Holzteilen gebastelt wurden. Auch die künstlerischen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen wurden hier auf die Probe gestellt. Zum ersten Mal war nämlich das MUDAM vertreten, wo hauptsächlich gemalt wurde. Ziel des „Makerfest“ ist es, den Kindern nicht nur Technologie näherzubringen, sondern ihnen auch Dinge, die sie schon kennen, auf eine andere Art und Weise zu zeigen. Doch das wohl Wichtigste für die Organisatoren ist die Freude der Besucher. „Die Kinder laufen hier umher und strahlen über das ganze Gesicht - das ist für uns die Hauptsache“, verrät Sarah Dell’Aera, die bei dieser Aussage selbst ein Lächeln im Gesicht hat.

Eine Veranstaltung zum „Networken“

Ganz klar stehen bei dieser Veranstaltung die kleinen und jugendlichen Besucher im Fokus, doch selbstverständlich wird sie auch von den Ausstellern genutzt, um sich untereinander auszutauschen. Wenn mal weniger bei den einzelnen Workshops los war, haben sie sich zusammengetan und über ihre jeweiligen Disziplinen und Techniken diskutiert. „Wir versuchen eigentlich unser Netzwerk immer auszubreiten und jeden, der Zeit und Lust hat auch mit einzubeziehen“, verraten die Veranstalter. Eine ganze Reihe an Schulen beteiligt sich jährlich am Event, da auch immer mehr Schulen mittlerweile einen „Maker Space“ in ihren Gebäuden haben - auch da gilt es sich dann natürlich auszutauschen und zu informieren, wie diese Bereiche weiter ausgebaut und verbessert werden können.