LUXEMBURG
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Das immaterielle Kulturerbe Luxemburgs kann man jetzt digital erleben

Ostern fällt zwar in diesem Jahr nicht aus - immerhin darf man sich auch in Corona-Zeiten die leckeren Ostereier und Hasen aus Schokolade munden lassen -, dafür wird das Fest aber weniger groß in den Familien gefeiert und auch der Besuch der traditionellen „Éimaischen“ am Ostermontag entfällt. Doch diesbezüglich gibt es eine Alternative: Die „Éimaischen“ kann nämlich digital besucht werden, dafür hat unter anderem die Luxemburger UNESCO-Kommission gesorgt. Und dieses Volksfest ist nicht das einzige immaterielle Kulturerbe, das digitalisiert wurde.

Von Generation zu Generation

Immaterielles Kulturerbe? Darunter versteht die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, darstellende Künste, gesellschaftliche Bräuche, das Wissen und die Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum, sowie das Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken. Zu diesem immateriellen Erbe (auf Luxemburgisch: immateriellt Kulturierwen, daher IKI) gehören auch die Orte, die Instrumente, die Geräte oder die Kleidung, die man braucht, um diese Traditionen am Leben zu erhalten. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben, wobei jede Generation sie durch die Elemente ergänzt, die für ihre Zeit und ihr Umfeld typisch sind.

Deshalb wird das immaterielle Kulturerbe oft auch als lebendiges Kulturerbe bezeichnet, weil die Menschen, die dieses Erbe weitergeben, es am Leben halten und weil es ihnen ein Gefühl von Identität und Kontinuität vermittelt.

Digital IKI in Corona-Zeiten

In den nächsten Monaten wird eine Reihe traditioneller Veranstaltungen, die normalerweise im Frühjahr geplant sind, nicht wie gewohnt stattfinden können. Darunter fallen neben der erwähnten „Éimaischen“ auch die Oktave (Mai) und die Echternacher Springprozession (Pfingstdienstag), die alle drei auf dem Register des Luxemburger Kulturerbes stehen, wobei die Echternacher Springprozession seit 2010 zum immateriellen Kulturerbe der ganzen Menschheit gehört.

In ungewissen Zeiten ist es wichtig, dass Brauchtümer erhalten bleiben. Daher arbeitet die Luxemburger UNESCO-Kommission daran, gewisse Traditionen digital weiterleben zu lassen, und dies in enger Zusammenarbeit mit den Trägerorganisationen.

„Éimaischen“ im Netz

Die erste Tradition, die der Ausgangssperre zum Opfer fällt, ist die beliebte „Éimaischen“ auf dem Fischmarkt und in den Gassen der Altstadt, die seit Jahren am Ostermontag zahlreiche Besucher anzieht. Damit dieses Volksfest weiterleben leben kann, findet es dieses Jahr digital statt.

Seit gestern lädt die Luxemburger UNESCO-Kommission zusammen mit dem Kulturministerium, dem „Centre national de l’audiovisuel“ (CNA), der Stadt Luxemburg und dem „Comité Alstad“ dazu ein, die „Éimaischen“ digital zu erkunden. Historische Fotos, Filme und Stimmungsbilder sind auf Facebook, Instagram oder der Webseite des immateriellen Luxemburger Kulturerbes zu finden. Am Tag der Veranstaltung kann jeder Bilder seines schönsten „Péckvillchen“ von zu Hause aus auf Instagram oder Facebook hochladen und mit den Hashtags #MyPéckvillchen #MäinPéckvillchen #DigitalÉimaischen #DigitalIKI versehen.

Alle Informationen unter www.iki.lu. Direkt zur digitalen „Éimaischen“: tinyurl.com/ikiEimaischen (Web), tinyurl.com/FB-Eimaischen (Facebook), tinyurl.com/Insta-Eimaischen (Instagram)