LUXEMBURG
MICHELLE SCHALTZ

Der „Mouvement Écologique“ und das „Oekocenter Pafendall“ haben die Aktion „NEE ZUM SCHOTTERGAART! Lieweg Vilfalt amplaz gro Wüst!“ gestartet. Michelle Schaltz, Verantwortliche des Projektes „A voller Bléi“, erklärt, weshalb diese Schottergärten keinen Platz haben sollten:

„Wir haben auch in Luxemburg festgestellt, dass diese Schotterwüsten immer mehr auftauchen. Wir kennen natürlich die einschlägigen Facebookseiten, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und uns durchaus inspirieren. Wir wollen allerdings nicht nur auf das Problem aufmerksam machen sondern auch gute Alternativen anbieten und einen naturnahen Garten nahe bringen.

Ein wichtiger Nachteil eines Schottergartens dürfte die spärliche Bepflanzung darstellen. Wenn Pflanzen vorzufinden sind, sind diese meist exotischer Natur. Sie bieten kaum Nektar und Pollen für Insekten und auch keinen Schutzraum oder Nahrung für andere Tiere wie Vögel oder Igel. Die Schottergärten haben auch einen negativen Einfluss auf das Klima. Die Städte wärmen sich durch sie zusätzlich auf. Pflanzen, Bäume oder auch Gras haben dagegen einen abkühlenden Effekt auf ihre Umgebung. Das stellt man gleich fest, wenn man sich im Wald oder schlicht außerhalb einer Stadt aufhält. Außerhalb von Städten liegt die Temperatur bereits jetzt im Durchschnitt zwei bis drei Grad unter dem, was man in Städten vorfindet. Wenn die Städte mit noch mehr Schottergärten gefüllt werden, steigt die Temperatur noch zusätzlich. Zusätzlich verhalten sie sich quasi wie versiegelte Flächen, das heißt Wasser fließt schnell von der Fläche ab und kann kaum einsickern.

Der vermeintliche Vorteil eines Schottergartens besteht darin, dass er leicht zu pflegen sei. Doch unserer Erfahrung nach stimmt dies nicht. In den Schottergärten verbreitet sich Unkraut überall dort, wo der Regen hinreicht oder Laub hinfällt. So kann sich dort Biomasse ansammeln, welche als Substrat für Pionierpflanzen dienen kann. Das bedeutet entweder das Unkraut per Hand jäten oder man greift auf Unkrautvernichtungsmittel zurück, die alles andere als unproblematisch sind. Kurz: Ein Schottergarten ist weitaus mehr Arbeit als man zunächst annimmt. Außerdem kostet es viel Geld, um einen solchen Garten anzulegen. Als Alternative kann man beispielsweise Stauden pflanzen. Das kostet die ersten paar Jahre vielleicht etwas mehr Mühe, aber um das Unkraut in den Griff zu bekommen kann man hier auch auf Mulch setzen. Wenn die Stauden einige Jahre gewachsen sind, lassen sie anderen Pflanzen in der Nähe auf keinen Platz mehr. Auf lange Sicht ist dies also die bessere Alternative.

Noch einfacher ist es, abzuwarten und zu sehen, welche Pflanzen sich von alleine im Vorgarten ansiedeln. Viele Pflanzen die wir als ‚Unkräuter‘ beschreiben, sind nämlich wunderschöne Blütenpflanzen. Unliebsame Pflanzen wie Disteln, die sich sehr schnell verbreiten), kann man dann kurz nach der Blüte entfernen, bevor sie aussamen.

Wir hatten bereits einige Anfragen von Menschen, die sich einen Schottergarten mit angekauft haben und ihn nun in einen normalen Garten verwandeln wollen. Mit Menschen, die von Schottergärten absolut überzeugt sind, hatten wir bisher wenig zu tun. Im Rahmen unserer Aktion haben wir auch ein Flugblatt entworfen, wo eventuelle Besitzer auch auf diese Problematiken aufmerksam gemacht werden.“

Mehr Informationen finden Sie unter naturelo.meco.lu