LUXEMBURG
INGO ZWANK

Nationale Strategie zum Thema „Haussanierung“ vorgestellt - Studie folgt

Rund 40 Prozent des Energieverbrauchs in Europa geht in das Heizen und Kühlen unserer Häuser. Bekannt ist, dass aktuell hierzulande nur noch Niedrigenergiehäuser der Klasse AAA gebaut werden sollen. Doch es gibt rund 208.000 Gebäude, die vor 1990 errichtet wurden. Zur Abschätzung der langfristigen erreichbaren Einsparungen des luxemburgischen Gebäudeparks wurde vom Wirtschaftsministerium eine Szenarienstudie in Auftrag gegeben.

Partner Hand-in-Hand harmonisieren

Sie soll die möglichen Handlungsspielräume aufzeigen und wird auch eine Grundlage für ein mögliches Monitoring der Umsetzung der Gebäuderenovierungsstrategie sowie der Zwischenziele sein, wie Staatssekretärin Francine Closener gestern auf einer Pressekonferenz ausführte, die gemeinsam mit der Handwerkskammer, myenergy und der „Féderation des artisans“ stattfand. Der Schwerpunkt der Studie stelle eine detaillierte Analyse des Gebäudebestandes sowie eine szenarienbasierte Abbildung mehrerer zukünftiger Entwicklungswege auf. Aus den Ergebnissen sollen sich vor allem quantitative Ziele für die Renovierungsstrategie sowie eine Renovierungsrate ableiten lassen.

Hierbei wird der Einfluss verschiedener Faktoren wie Bevölkerungsentwicklung, Neubau-, Renovierungs- und Abrissrate, energetische Qualität in Neubau und Renovierung, Veränderung des Energieträgermix‘ auf Energiebedarf und Treibhausgasemissionen untersucht.

So sei ein Hauptziel, Vorurteile gegen umfassende Renovierungen in hoher energetischer Qualität abzubauen und zu zeigen, dass vorausberechnete niedrige Energiekennwerte in der Praxis erreicht werden können und zu geringen Mehrkosten errichtet und über die gesamte Nutzungsdauer wirtschaftlich betrieben werden können. Insgesamt wurden hier über 30 Maßnahmen in Workshops erarbeitet, bei denen am Ende die Vollsanierung eines Hauses stehen soll, wie Closener ausführt.

Multiplikatorenrolle ausnutzen

Vor allem sei daher der Bausektor als „ausführender Akteur“ ein wichtiger Partner. So gelte es, die Multiplikatorenrolle des Sektors effektiv auszunutzen, um die vorhandenen Potenziale möglichst weitestgehend auszuschöpfen. „Dabei kommt es auch auf den richtigen Zeitpunkt an, wann man eine Renovierung angeht“, erklärte Gilbert Théato von myengergy.

Im Rahmen des Monitoringsprogramms soll die aktuelle Datenlage durch eine entsprechende Auswertung der unterschiedlichsten Quellen wesentlich verbessert, auch Hemmnisse aus Sicht der Gemeinden und aus finanzieller Sicht abgebaut werden. Auch Maßnahmen zum Umgang mit baukulturellen Herausforderungen wurden in einem Workshop angegangen. Eine eingesetzte Arbeitsgruppe unter dem Rifkin-Schirm werde die Entwicklung begleiten, sagte Closener, nicht zuletzt unter dem Aspekt, dass alle Beteiligten in eine entsprechende Zusammenarbeit geführt, also harmonisiert werden müssen, wie Tom Eischen vom Wirtschaftsministerium betonte.

Alle Infos unter www.myernergy.lu