LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Urteile im Mordprozess Schléiwenhaff: Alden S. soll zehn Jahre hinter Gitter

Wegen Mordes in zwei Fällen hat die 13. Straf- und Kriminalkammer des Bezirksgerichts Luxemburg gestern den 36-jährigen Lee K. zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sprach K. schuldig, einen 36-jährigen nigerianischen Staatsbürger und eine 27-jährige Rumänin erschossen zu haben. Sein mutmaßlicher Komplize, der 24 Jahre alte Alden S., wurde wegen Beihilfe zum Mord am Nigerianer schuldig gesprochen. Er wurde zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt, davon fünf auf Bewährung. Auch ihm wurde „bedingter Vorsatz“ zugeschrieben. Die Richter folgten mit dem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Am 10. November 2016 wurde die Leiche eines 36-jährigen Mannes nigerianischer Herkunft in einem Waldstück bei Leudelingen in der Nähe des „Schléiwenhaff“ gefunden. Das zweite Opfer, eine 27-jährige Rumänin, wurde vier Tage später im
Wald zwischen Briddel und Strassen am „Fräiheetsbam“ entdeckt. Die Obduktion ergab, dass beide Opfer mit einem Kopfschuss getötet wurden.

Das Gericht hatte im Prozess festgestellt, dass Lee K. in einer SMS geschrieben hatte: „Hues du haut Loscht een ëmzebréngen.“ Nach der SMS trafen K. und S. den Drogendealer. Während im Wagen von K. über Rauschgift verhandelt wurde, fiel K. den arglosen Drogendealer O. im Auto von hinten an und schoss ihm in den Kopf. Wahrscheinlich war der Drogendeal schiefgelaufen. Weitgehend offen blieb die Frage, inwieweit Alden S. am Mord des nigerianischen Drogendealers beteiligt war. Es gab zwar keine DNA-Spuren von ihm, aber die spielten bei der Beurteilung wohl keine Rolle. Laut Staatsanwaltschaft sei er maßgeblich am Mord des Nigerianers beteiligt gewesen, habe heimtückisch und aus Mordlust heraus getötet. Laut Anklage „wollten sie einen Menschen sterben sehen.“

Die junge Rumänin (27) war im November 2016 in Hollerich in das Auto von K. gestiegen. Dann schoss K. der Frau kaltblütig in den Kopf. Ihre Leiche wurde vier Tage nach dem Mord am Nigerianer in Strassen entdeckt.

Beide Opfer saßen auf demselben Fahrersitz und wurden mit derselben Waffe getötet. Beide Opfer wurden bestohlen. Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer Lee K. als extrem gefährlich eingeschätzt. Seine Emotionslosigkeit, die als völliger Mangel an Empathie beschrieben wurde, beherrschte laut Anklage die Tatplanung und den Tathergang. Für beide Männer stellte das Gericht auch die besondere Schwere der Schuld fest.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Angeklagten haben vierzig Tage Zeit, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.