LUXEMBURG
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63 Gemeinden haben sich Solidaritätspakt bereits angeschlossen

Früherziehung, was Lebensmittelverschwendung anbelangt: Nach dem seit 2016 geltenden Gesetz zur Verbesserung der Betreuungsqualität in Betreuungseinrichtungen (Gesetz 6410) werden Kinder aufgefordert, aktiv und selbstbestimmt bei Aktivitäten mitzuwirken, die ihnen angeboten werden. Ähnliches gilt auch bei der Essensausgabe in den Kantinen.

So gehöre es nach Informationen der CSV-Abgeordneten Hetto aber nicht zum Aufgabenbereich des pädagogischen Personals, Schulkindern das abwechslungsreiche Essen zu erklären und auf diese Weise eine echte Kultur für gesundes und ausgewogenes Essen zu vermitteln. Obwohl die Kantinenmanager abwechslungsreiche und ausgewogene Menüs anbieten, „entscheiden die Kinder selbstständig, was sie essen wollen, ohne sich um den Nährstoffgehalt zu kümmern.“ Dies sei auch in Hinsicht auf Lebensmittelverschwendung zu bewerten, sagt Hetto und hinterfragte die Situation bei den zuständigen Ministerien.

Kampf gegen Verschwendung

Die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung sei eines der Ziele der Regierung, schreibt stellvertretend der Minister für Konsumentenschutz, Fernand Etgen. Um das Bewusstsein der Bürger zu schärfen und die Entwicklung eigener Ideen zu fördern, habe sein Ministerium den Kommunen Ende 2016 vorgeschlagen, sich einem Solidaritätspakt im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung anzuschließen. Gegenwärtig haben sich 63 Gemeinden, „die etwa 70 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, diesem Pakt angeschlossen und begonnen, Maßnahmen auf kommunaler Ebene umzusetzen, insbesondere auf der Ebene der Schulverpflegung“, schreibt Etgen. Das Ministerium stelle den Teilnehmern Informationsbroschüren, Aufkleber, Bildungs- und Informationsmaterial sowie eine Wanderausstellung zur Verfügung. Diese Ausstellung könne auch mit Workshops rund um das Thema Lebensmittelabfälle begleitet werden, wie Etgen präzisiert.

Breiter Maßnahmenkatalog

Auch der nationale Plan „Gesond iessen - méi bewegen“(GIMB) befasse sich mit diesen Präventionszielen. Ein wichtiger Punkt im GIMB-Ansatz sei es, jedem den Zugang zu einer gesunden Ernährung zu ermöglichen. Die „Maisons relais“ und die Schulrestaurants würden so jeden Tag ein ausgewogenes Menü für alle Schüler bereitstellen, wie Etgen schreibt.

Gerade im Rahmen des „Gesond iessen - méi bewegen“-Aktionsplans hätten das Unterrichtsministerium und das Gesundheitsministerium 2017den Leitfaden „Alimentation saine dans les services d’éducation et d’accueil pour enfants“ herausgegeben. Dieser Leitfaden richte sich an pädagogische Fachkräfte, wie es heißt - er beschreibe die Bildungsmaßnahmen und Aktionen, die der Entwicklung eines gesunden und ausgewogenen Verhaltens dienlich wären.

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