LUXEMBURG
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Stadt Luxemburg legt Bilanzen der Dienststellen „Wasser“ und „Kanalisation“ vor

Im Vorfeld des heute abgehaltenen Weltwassertages stellte die Stadt Luxemburg, vertreten durch Schöffin Simone Beissel, gestern Vormittag in der Pumpstation „Glaasburen“ in Dommeldingen die Bilanz der Dienststellen „Wasser“ und „Kanalisation“ vor. Da „Wasser ein wertvolles Gut“ ist, legt die Stadt Luxemburg „großen Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Wasser“, sagte die zuständige Schöffin.

In den vergangenen zehn Jahren stieg der Trinkwasserkonsum in der Hauptstadt nur um 1,7 Prozent, dies bei einet Bevölkerung, die in dem gleichen Zeitraum eine rasante Entwicklung kannte: Von 91.857 Einwohnern Ende 2009 stieg die Bevölkerung um fast 30 Prozent auf 119.214 Einwohner Ende vergangenen Jahres. Wie Beissel unterstrich, stellten sich der Stadt Luxemburg drei große Herausforderungen: Genügend Trinkwasser für die über 119.000 Einwohner zur Verfügung stellen, Wasser von hoher Qualität liefern sowie weiter in den kostenintensiven Sektor investieren.

Über 7,9 Millionen KubikmeterWasser geliefert

Über 7,9 Millionen Kubikmeter Trinkwasser wurden im vergangenen Jahr an die Haushalte der Hauptstadt geliefert. 53,7 Prozent des gelieferten Wassers stammten aus den gemeindeeigenen Quellen, 46,3 Prozent wurden vom SEBES zugeliefert. Im Schnitt ging der tägliche Wasserverbrauch in der Hauptstadt von 225 Liter im Jahr 2009 auf 178 im Jahr 2018 zurück. Zieht man nur den Wasserkonsum der Bürger der Stadt Luxemburg in Betracht, so lag der tägliche Gebrauch bei 94 Liter pro Person, 50 Prozent der Bürger der Stadt Luxemburg verbrauchten in vergangenen Jahr zwischen 69 und 127 Liter Wasser pro Tag.

Für diese Entwicklung gibt es laut Simone Beissel verschiedene Erklärungen. So investiert die Stadt Luxemburg konsequent in das Trinkwassernetz, indem einerseits alte Wasserleitungen ersetzt werden. Andererseits wird die Verwaltung und die Überwachung des Trinkwassernetzes stetig verbessert, was unter anderem eine schnelle Entdeckung von Lecks ermöglicht. Im vergangenen Jahr wurden 48 Lecks festgestellt und behoben. Auch die Qualität des Trinkwassers liegt den Stadtverantwortlichen am Herzen. Im vergangenen Jahr wurden deshalb 2.457 Wasseranalysen auf dem Gebiet der Stadt Luxemburg durchgeführt. Ferner war zu erfahren, dass das Wasserwerk der Stadt Luxemburg im vergangenen Jahr sieben Kilometer Wasserleitungen ersetzte, 1,3 Kilometer neue Leitungen verlegte, 350 Wasseranschlüsse ersetzte und 141 neue Wasseranschlüsse vornahm.

Was nun die Projekte für das laufende Jahr betrifft, so soll unter anderem der Bau des Wasserturms auf Kirchberg vorangetrieben werden. Der neue Wasserturm wird mit einen zwei Becken ein Fassungsvermögen von 1.000 Kubikmetern haben. Ein Kostenvoranschlag von 8,47 Millionen Euro wurde im vergangenen Jahr vom Gemeinderat verabschiedet und die Arbeiten sollen noch im laufenden in Angriff genommen werden. Mit einer Fertigstellung des neuen Kirchberger Wasserturms wird für 2021 gerechnet.

Ein neuer Wasserturm auf Kirchberg

Errichtet wird der neue Kirchberger Wasserturm bekanntlich nach den Plänen des Siegers des eigens organisierten Architektenwettbewerbs „Temperaturas Extrems Arquitectos“ aus der spanischen Hauptstadt Madrid in Zusammenarbeit mit dem luxemburgischen Architektenbüro „Simon-Christiansen & Associés“.

Darüber hinaus soll der Trinkwasserbehälter auf Limpertsberg, der älteste auf dem Gebiet der Stadt Luxemburg, soll demnächst erneuert werden. An dem Äußeren des Behälters will man nichts ändern, nur die Fassade soll einen neuen Anstrich erhalten. Die technischen Anlagen sollen allerdings instand gesetzt werden.

Über 13 Millionen Kubikmeter Abwässer

Was nun das Abwasser betrifft, so wurden im vergangenen Jahr in der Hauptstadt über 13,3 Millionen Kubikmeter Abwässer geklärt. Wie unterstrichen wurde, werden in den beiden Kläranlagen in Bonneweg und Beggen nicht nur die Abwasser der Stadt Luxemburg behandelt, sondern unter anderem auch das der Gemeinden Bartringen, Strassen, der Ortschaft Roedgen und des westlichen Teils von Findel (Gemeinde Sandweiler). In Sachen Bauarbeiten sticht die Verbindung der Kläranlagen Bonneweg und Beggen hervor. Tief unter der Stadt Luxemburg wurde seit 2012 ein 6,15 Kilometer langer und zwei Meter dicker Abwasserkollektor verlegt, der im Jahr 2020 in Dienst gestellt werden soll.

Auch in Sachen Bau eines neuen Abwasserkollektors in der Rue de Neudorf waren im vergangenen Jahr, wie Beissel meinte, Fortschritte zu verzeichnen, dies nachdem in den Vorjahren „zahlreiche böse Überraschungen“ festgestellt worden waren.

Das große Projekt des Kanaldienstes der Stadt Luxemburg, das die Mitarbeiter in den kommenden Jahren beschäftigen wird, betrifft allerdings dem erneuten Ausbau der 2012 ausgebauten Kläranlage in Beggen. Vorgesehen ist der Ausbau der Klärkapazität auf 450.000 Einwohnergleichwerte. Dieser Ausbau wird mit einem Kostenvoranschlag von schätzungsweise 198.750.000 Euro zu Buche schlagen, wie die zuständige Stadtschöffin unterstrich.