LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Zur Umsetzung des 15. UN-Nachhaltigkeitsziels hat sich Luxemburg eine Reihe von Instrumenten gegeben

Nach dem Abstecher unter Wasser geht es in unserer Serie über die UN-Nachhaltigkeitsziele wieder zurück an Land. Das 15. von 17 „Sustainable Development Goals“ (SDG) lautet „Leben an Land“, was, wie man sich leicht vorstellen kann, etliche Aspekte abdeckt. Sieht man sich die konkreten UN-Unterziele an, findet man dort den Kampf gegen die Wüstenbildung wieder, die nachhaltige Bewirtschaftung aller Waldarten, das Einbringen invasiver gebietsfremder Arten zu verhindern, Maßnahmen gegen die Wilderei oder den Erhalt der biologischen Vielfalt wieder.

Alles in allem: Zustand der Natur stark verbesserungsfähig

Wer sich den Entwurf des nationalen Plans für nachhaltige Entwicklung ansieht, stellt fest, dass das 15. UN-Nachhaltigkeitsziel in vielen der zehn darin definierten Prioritäten gestreift wird. Explizite Erwähnung findet das SDG in der siebten Priorität, die sich dem Schütz der Kapazitäten der natürlichen Ressourcen verschreibt. In der Einleitung hält das Dokument etwa fest: „Der Gesundheitszustand der Wälder verschlechtert sich kontinuierlich unter dem kombinierten Effekt der Luftverschmutzung und des Klimawandels“. Lediglich ein Drittel der Bäume sei demnach in einem guten Zustand. Der übermäßige Landverbrauch („surconsommation foncière“) von etwa 174 Hektar pro Jahr fragmentierte die ohnehin zerstückelte Fläche noch weiter. Die biologische Vielfalt gerate dadurch weiter unter Druck. 2014 waren etwa 66 Vogelarten auf der roten Liste vermerkt. Drei Viertel der natürlichen Habitate, die durch eine EU-Richtlinie geschützt sind, befinden sich in keinem günstigen Zustand (beispielsweise Offenlandhabitate). Langfristige Vision der Regierung ist es, die biologische Vielfalt wiederherzustellen, das Grundwasser zu schützen und Wasserläufe wieder zu renaturieren. Vor dem Hintergrund der jüngsten Studie der Technischen Hochschule Zürich (ETH) interessant: Die Regierung will die „nationale Ausdehnung der Wälder aufrechterhalten“ und diese nachhaltig bewirtschaften. Eine Vergrößerung der Waldfläche ist demnach nicht beabsichtigt.

Um sich diesen Zielen anzunähern verweist die Regierung auf eine Reihe recht neuer Instrumente, etwa das reformierte Naturschutzgesetz, den zweiten nationalen Naturschutzplan (PNPN), der unter anderem auf die Wiederherstellung von Ökosystemen abzielt, das Gesetz zum Bodenschutz, das 2018 reformierte Waldgesetz oder den sektoriellen Plan Landschaften. Die Ergebnisse all dieser Maßnahmen und ihrer Umsetzung bleiben allerdings abzuwarten.

Wie stellt sich die Herausforderung international dar? Laut UN-Angaben sind mehr als 80 Prozent aller Tier-, Pflanzen- und Insektenarten in Wäldern zuhause. Gleichzeitig sind dem Planeten zwischen 2010 und 2015 3,3 Millionen Hektar an Forst abhanden gekommen.

Weiter sind etwa 2,6 Milliarden Menschen direkt von der Landwirtschaft abhängig, „aber 52 Prozent des für Agrarwirtschaft benutzte Land ist mittel bis schwer von Bodendegradation betroffen“, halten die Vereinten Nationen fest. 3,6 Milliarden Hektar Land sind so inzwischen verloren gegangen. Auch wenn bis zu 15 Prozent der Landfläche geschützt seien, „ist die biologische Vielfalt dennoch in Gefahr.“