PASCAL STEINWACHS

Nachdem das „Tageblatt“ seiner Leserschaft die ganze Woche Artikel wie „Des Großherzogs Friseur“ oder „Als eine Ente den Großherzog Jean glücklich machte“ geliefert hatte, beklagt es sich nun, dass die Staatstrauer von zwölf Tagen übertrieben sei. So habe der damalige CSV-Premier Santer bei Jeans Mutter, der ebenfalls beliebten Großherzogin Charlotte, eine Staatstrauer von fünf Tagen angeordnet, so das Blatt in seinem gestrigen Leitartikel, derweil nach dem Tod von König Baudouin und nach dem Ableben von Fidel Castro jeweils neun Tage Staatstrauer geherrscht hätten. „Zwölf Tage Staatstrauer gab es unseres Wissens nach nur noch 2011 in Nordkorea, nach dem Tod des dem Vernehmen nach überaus beliebten Führers Kim Jong-il“. Mit dem Tod des Altgroßherzogs befasst sich aber auch die Wochenzeitung „Woxx“, die sich erstaunt zeigt, dass zwar die meisten Veranstaltungen abgeblasen wurden, der „Waïmoart vu Maacher“ aber beispielsweise stattgefunden habe. Und dass „sich auffallend viele Europakandidat*innen nicht zu Schade waren, ungehemmt und schon leicht beschwipst in die Linsen der anwesenden Pressefotografen zu grinsen“, das passe „so gar nicht zu dem Versprechen, die Wahlkampagne bis zum 4. Mai ruhen zu lassen“. Hmm...