LUXEMBURG
MARCO MENG

Schienengüterverkehr hat EU-Priorität - CFL Multimodal erweitert Streckennetz

Mit der Verordnung über Leitlinien für die transeuropäischen Verkehrsnetze will die Europäische Union die Entwicklung des Güterverkehrs fördern. Ein Schwerpunkt dabei ist die Entwicklung multimodaler Knotenpunkte, also die Kombination des Gütertransports von Schiene, Straße, Luft- und Wasserwegen. Mit der TEN-Finanzierungsverordnung Connecting European Facilities (CEF) hat die Europäische Union dazu einen Förderrahmen geschaffen, für den bis 2020 für Verkehrsinfrastruktur 14,9 Mrd. Euro zur Verfügung stehen. Laut EU-Plänen sollen bis 2030 30% des Straßengüterverkehrs über Entfernungen von mehr als 300 km auf Schiene oder Binnenschifffahrt verlagert werden, und bis 2050 sogar 50%. „Der Schienengüterverkehr hat seit 1995 um lediglich 8,8% zugenommen, während andere Verkehrsträger um 25% zulegten“, beklagt die Kommission.

Harmonisierung gefragt

Die höchstzulässigen Abmessungen und Transportgewichte variieren zwischen den verschiedenen EU-Staaten genauso wie Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten von Kraftfahrern. Trotz guter Ideen bleibt die Leistungsfähigkeit des Bahngüterverkehrs also noch hinter den Erwartungen der Transportbranche zurück. Was getan werden kann, um diese Situation zu verbessern, wurde von Experten jüngst auf einem Symposium in Brüssel diskutiert. Ein besserer Informationsfluss, Vereinheitlichung von Standards seien nötig, Effizienzverbesserung genauso wie faire Bedingungen im Vergleich zu anderen Transportträgern und eine Stärkung der Aufgaben der Europäischen Eisenbahnagentur ERA stärken, so das Fazit.

In Luxemburg kommt CFL Multimodal eine Schlüsselrolle zu. Das Unternehmen, eine Tochtergesellschaft der Luxemburger Eisenbahn CFL, bietet kombinierte Straße-Schienentransport-Lösungen an, Zwischenlagerung sowie alle Leistungen der Logistikkette wie Zollabfertigung und so weiter. In Zusammenarbeit mit der Schwestergesellschaft CFL cargo werden regelmäßige Fernverbindungen mit den Nordseehäfen ebenso wie mit der Ostsee und Südeuropa angeboten, was sich durchaus wachsender Nachfrage erfreut: So hatte CFL Multimodal seinen Umsatz letztes Jahr deutlich, um 18,4 Prozent, steigern können, wie im Mai mitgeteilt wurde. Anfang des Jahres hat man nun die Verkaufs-Abteilung verstärkt, was mit dazu beigetragen habe, dass man jetzt eine weitere Strecke erschließen konnte, so gestern CFL-Multimodal-Pressesprecherin Christina Schürr. Seit dem 28. Juni betreibt CFL multimodal nämlich eine neue Kombi-Linie zwischen dem intermodalen Terminal in Bettemburg und dem PEH Terminal in Lyon und hat damit das bis dato bestehende Netz kombinierter Züge nach Antwerpen, Lübeck, Triest und Le Boulou ergänzt. Die Züge pendeln zunächst dreimal die Woche zwischen den beiden Umschlagsbahnhöfen und können Container, Sattelanhänger und kranbare Sattelauflieger transportieren. „Eine Aufstockung der Frequenz auf sechs Züge pro Woche ist für das letzte Trimester 2014 geplant“, teil t CFL Multimodal mit. Ab dem Sommer werde zudem ein weiterer Zug nach Duisburg fahren. „Dank der neuen Verbindung Lyon-Bettemburg ist CFL multimodal in der Lage, die großen Industrieregionen zwischen Schweden, der deutschen Ruhr und der Region Rhône-Alpes abzudecken“, so die CFL Tochter.