LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Nationale Strategie der Forschung und Innovation: vier große Stoßrichtungen

Transformation der Industrie und der Dienstleistungen, nachhaltige und verantwortliche Entwicklung, personalisierte Medizin und die Bildung im 21. Jahrhundert: Das sind die Hauptpfeiler der nationalen Forschungs- und Innovationsstrategie, Hochschul- und Forschungsminister Claude Meisch gestern vorstellte, nachdem sie bereits kurz vor Weihnachten vom Regierungsrat gut geheißen wurde.

Im Dienst der Lebensqualität

Vorangegangen waren 2018 eine Überholung der nationalen Forschungsprioritäten durch den „Fonds National de la Recherche“ und eine Konsultierung zwischen April und November 2019 mit den Vertretern von Uni, FNR, den drei öffentlichen Forschungszentren „Luxembourg Institute of Science and Technology“ (LIST), „Luxembourg Institute of Health“ (LIH) und „Luxembourg Institute of Socio-Economic Research“ (LISER), aber auch mit den anderen Ministerien.

Die Zielsetzung lautet wie folgt: „Luxemburg durch das Forschungs-Ökosystem helfen, zum Horizont 2030 die Vision einer diversen und digitalen Gesellschaft des nachhaltigen Wissens zu erfüllen zur Verbesserung der Lebensqualität aller Bürger“.

Anhebung der Initialzuwendungen

„Unser Land hat sich gefunden in der Wissensgesellschaft“, sagte Minister Meisch mit Verweis auf die Entwicklung der Hochschul- und Forschungslandschaft in den letzten Jahren, in die der Staat viel investiert. So erhalten Uni, Forschungszentren, FNR und das neue „Luxembourg Learning Center“ (ULLC) in Belval fast anderthalb Milliarden aus der öffentlichen Hand.

Wobei die Initialzuwendungen nach der Halbzeitüberprüfung für verschiedene Akteure nach oben angepasst wurden. Die Uni kann so in diesem und nächstem Jahr mit 9,65 Millionen Euro mehr rechnen, da sie etwa stärker in die Umsetzung der digitalen Strategie und des nationalen Klima- und Energieplans (PNEC) impliziert wird oder eine Musikabteilung im „Bachelor en Sciences de l‘Education“ aufbaut. Auch das LIST hilft mehr beim PNEC und beim „Smart Nation“-Programm, das LIH ist etwa am Aufbau eines Zentrums für die Entwicklung von Lösungen für die ambulante Gesundheitsüberwachung beteiligt, das LISER bekommt zusätzliche Mittel, um etwa seine Ziele in punkto wissenschaftliche Publikationen zu erfüllen und das ULLC für den Ausbau seiner Aktivitäten.

So soll das Zentrum künftig auch sonntags zugänglich sein - und zwar für alle, gelte es doch „die Wissensgesellschaft näher an die Bürger zu bringen“, wie der Minister erklärte.

Nationale Hochschulstrategie in Arbeit

Gleichsam unterstrich er mehrmals, dass die vier Haupt-Stoßrichtungen der Forschungs- und Innovationsstrategie, die sich in 19 Bereiche untergliedern, die wiederum eine große Anzahl von Projekten begreifen, noch ergänzt werden können, wenn sich neue Entwicklungen ergeben. Ein Koordinationskomitee wacht über die Umsetzung. „Die Strategie gibt eine Guidance vor, lässt aber auch Freiraum“, sagte der DP-Politiker, der noch im ersten Semester des Jahres die dritte Auflage der „Assises nationales de la Recherche“ einberufen will und auch an einer nationalen Hochschulstrategie arbeitet, die auf der Forschungs- und Innovationsstrategie aufbaut.