LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

800 Ladestationen für Elektroautos soll das Land bis 2020 zählen - Laut Minister steht das Konzept

Das Ziel ist ambitiös: Bis 2020 sollen 40.000 Elektroautos auf Luxemburgs Straßen unterwegs sein - heute sind laut Statec gerade mal 500 strombetriebene Transportfahrzeuge zugelassen. Wobei sich allein die Zahl der „Stromer“ unter den Personenkraftwagen laut Statistik in den vergangenen Jahren gut entwickelt hat: Von einem auf 21 zwischen 2011 und 2012, von 21 auf 60 zwischen 2012 und 2013 und von 60 auf 187 in den vergangenen zwölf Monaten.

Geht das in dem Rhythmus weiter, könnte das gesteckte Ziel, dass bis 2020 elektrisch betriebene Fahrzeuge zehn Prozent des Gesamt-Fuhrparks ausmachen, in den kommenden fünf Jahren tatsächlich erreicht, wenn nicht sogar überschritten werden. Unter der Voraussetzung natürlich, dass ein flächendeckendes öffentlich zugängliches Netz an Stromtankstellen zur Verfügung steht, da die Elektroautos eine vergleichsweise geringe Reichweite haben - momentan sind es durchschnittlich gerade einmal 140 Kilometer.

Derzeit bestehen an die 60 Stromtankstellen im Großherzogtum. Wie aber wolle die Regierung es schaffen, diese Zahl in den kommenden Jahren auf 800 und mehr zu erhöhen, fragte nun der CSV-Abgeordnete Marc Lies die Staatssekretärin im Wirtschafts- und Energieministerium, Francine Closener (LSAP) nachdem sie diese Zahl kürzlich bei der Eröffnung der „Home&Living Expo“ genannt hatte.

Wie aus der Antwort auf die parlamentarische Frage zu erfahren ist, stammt die Zahl aus einer 2011 angefertigten Studie, die von etwa 850 benötigten Ladestationen ausgeht, die vornehmlich auf Park&Ride-Parkplätzen und anderen öffentlichen Parkplätzen installiert werden sollen. Die Studie bietet auch die Grundlage für die 2012er Abänderung des Strommarktgesetzes von 2007, welche die Verantwortlichkeiten für den Aufbau des Stromtank-Netzes und dessen Finanzierung festschreibt. Laut Wirtschaftsministerium hätten die Betreiber des Netzes, CFL, Straßenbauverwaltung und Gemeinden, sich nun auf ein Konzept geeinigt für Errichtung, Betrieb und Instandhaltung der Ladestationen. Ein detaillierter Standortplan und ein Zeitplan für die Installierung der öffentlichen Stromtanken soll nun folgen.

Details dazu liefert die Antwort von Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP) allerdings nicht.

Unmissverständlich ist indes die Antwort auf Lies’ Frage zu einer Verlängerung der staatlichen CAR-e-Prämie für den Kauf von Elektroautos: Sie läuft zum kommenden 31. Dezember aus. Bislang wurden mehr als 300 solcher Beihilfen gewährt für Elektro-Autos und Hybrid-Autos, die sich über einen Stromstecker aufladen lassen.

Insgesamt 1,3 Millionen Euro wurden an die Eigner dieser Fahrzeuge ausgeschüttet.