LUXEMBURG
LJ

Der Weltalphabetisierungstag steht dieses Jahr im Zeichen der Auswirkungen der Pandemie

Seit 1967 steht der 8. September im Zeichen der Alphabetisierung, um den Bevölkerungen in Erinnerung zu rufen, wie wichtig es ist, die Grundlagen des Lesens, Schreibens und Rechnens zu beherrschen. Das ist nicht nur das Fundament einer guten beruflichen Zukunft und somit ein wichtiger Faktor gegen die Armut, sondern auch die eine Frage der Würde und der Teilhabe an der Gesellschaft. Nicht von ungefähr ist die Qualität der Bildung ein Schlüsselelement in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Welt und rangiert an vierter Stelle hinter den Zielen: keine Armut, kein Hunger sowie Gesundheit und Well-Being.

Es hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Fortschritte gegeben, Bildungsangebote für so viele Menschen wie möglich zu schaffen, aber die Herausforderung ist noch immer riesig, wie folgende Zahlen zeigen: Laut Schätzungen der Vereinten Nationen fehlen weltweit 773 Millionen Erwachsenen und jungen Leuten die elementaren Lese- und Schreibfähigkeiten. Mehr als 617 Millionen Kinder und Jugendliche verfügen nicht über die Mindest-Grundlagen für Lesen und Rechnen. Die Covid-19-Krise hat die Lage noch verschärft und für Milliarden Menschen den Zugang zu Bildung noch weiter erschwert.

Es überrascht demnach nicht, dass der diesjährige Weltalphabetisierungstag sich vordergründig mit den Auswirkungen der Pandemie auf die Bildung beschäftigt (siehe unten), aber auch die Rolle der Lehrer und pädagogischer Programme unterstreicht.

Ein breiter digitaler Graben

Auch für die Lehrer bedeutet die Pandemie harte Einschnitte, in manchen Ländern verdienen sie nur, wenn sie auch lehren, was durch den Lockdown vieler Schulen nicht mehr möglich ist.

Besonders prekär ist ihre Lage in sehr armen Regionen des Planeten, in denen es keine Selbstverständlichkeit ist, dass es Klassensäle gibt oder aber Schulmaterial, geschweige denn gute Arbeitsbedingungen und die Chance auf Weiterbildung für die wenigen Lehrer, die es dort gibt. Für sie und ihre Schüler ist der Einsatz moderner Technologien im Lehrbetrieb quasi unvorstellbar, weil völlig unerschwinglich.

Wie die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur in einer Notiz zum diesjährigen Weltalphabetisierungstag schreibt, hat die Covid-19-Pandemie auch den digitalen Graben in der Welt erneut verdeutlicht. Man sollte sich vor Augen halten, dass über 51 Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang zu Internet haben und Mobilfunk vielerorts ein Luxusgut ist. „Während die Länder sich aus der initialen Antwortphase auf Covid-19 herausbewegen, wird aller Voraussicht nach die Mehrheit der unalphabetisierten  Jugendlichen und Erwachsenen am härtesten getroffen werden durch die bildungspolitischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie“, schreibt die UNESCO, „in der Phase des Wiederaufbaus und des Aufbaus der Resilienz ist es wichtig, dass Alphabetisierung, inklusive der Alphabetisierung von jungen Menschen und Erwachsenen in die globalen und nationalen Pläne für die Reaktion auf die Pandemie integriert werden, um die Kontinuität des Lernens, mehr Mittel dafür und inklusivere nationale Bildungssysteme  und -Kapazitäten zu gewährleiste“