LUXEMBURG
INGO ZWANK

„Knuedler on Ice“ schließt seine Türen - Organisator ist mit der Saison zufrieden

Fang mich doch“, ruft Eric seiner kleinen Schwester Jana zu, während er mit kleinen tapsigen Schritte über die glatte Eisbahn vor dem Rathaus strauchelt. Seine Schwester versucht hingegen, ihren Fahrstil mit der orangefarbenen Schlitten-Robbe und den Schlittschuhen in Einklang zu bringen. Beide sind zusammen mit ihren Eltern nach einem Besuch bei der Oma noch auf den Rathausvorplatz gekommen, um den letzten Tag von „Knuedler on Ice“ zu genießen.

Seit sechs Jahren

Auf der teilweise überdachten Eisbahn, die sich über eine Fläche von 800 m² erstreckte - bei 400 überdachten Quadratmetern, konnten sich große und kleine Eisläufer im Herzen der Stadt amüsieren. Und die Bilanz von Organisator Alexandre Dotremont fällt dann auch entsprechend aus: „Wir können sagen, dass wir in etwa einen Besucherzustrom hatten wie im vergangenen Jahr“, sagte Dotremont gestern im Gespräch mit unserer Zeitung, da waren es rund 15.000, die sich auf dem Eis entsprechend vergnügt haben.

Dotremont ist mit der auslaufenden Saison also recht zufrieden. „Wir mussten zwar mit einigen schlechten Tagen aufgrund des Wetters kämpfen, aber es kamen doch recht viele Besucher“, resümiert Dotremont. Seit sechs Jahren präsentiert sich nun „Knuedler on Ice“, mit einer guten Entwicklung, „es ging immer weiter nach oben“, so Dotremont, der „Knuedler on Ice“ mittlerweile als einen „Place to be“ ansieht.

Überschattet wurde die Saison natürlich von dem tragischen Unglücksfall am Eröffnungswochenende des Weihnachtsmarktes in Luxemburg-Stadt, als ein kleiner Junge von einem Eisblock tödlich verletzt wurde. Auf den tragischen Unfall deutet jetzt nichts mehr hin, auch die kleine Gedenkstätte ist geräumt. „Wir haben da natürlich alles etwas runtergefahren, die Musik, die Beleuchtung, man hat auch die Betroffenheit gespürt“, sagte Dotremont. Nach ein paar Tagen habe sich die Situation aber normalisiert.

Von einem super tollen Ambiente spricht am letzten Tag Elisabeth aus Trier. Sie ist zusammen mit ihrer Familie das zweite Mal bei „Knuedler on Ice“. Während ihr Mann mit dem Kind Runde und Runde - samt Eisbärschlitten - über das Eis dreht, schaut sie sich das Spektakel von außen ein. „Es ist sehr schön“, sagt die Triererin über das Event, „wir hatten noch Urlaub und dachten uns, den letzten Tag noch einmal hier zu verbringen“, verbunden mit einer kleinen Shoppingtour. Überrascht war sie allerdings, dass doch so wenig in der Stadt los ist. „Hier auf der Eisbahn ist es ja auch noch angenehm. Es ist daher wirklich toll, wie man hier über das Eis laufen kann, bei toller Deko übrigens…“

Ausblick

Wie es allerdings in diesem Jahr mit „Knuedler on Ice 2020“ aussehen wird, das kann Dotremont noch nicht sagen. „Die Gesprächen mit der Stadt laufen. Doch es ist fraglich, ob wir hier auf dem Knuedler etwas machen, da ja weitere Bauarbeiten anstehen.“