LUXEMBURG
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Mehr Euthanasien zuhause als in Einrichtungen - Deputierter Mars Di Bartolomeo forscht nach Gründen

Laut dem Bericht 2017/2018 der nationalen Überwachungskommission der Anwendung des Euthanasiegesetzes von 2009 gab es im genannten Zeitraum insgesamt 19 gemeldete Fälle, davon 13 zuhause, drei in Alters- oder Pflegeheimen, allerdings nur zwei in einem Krankenhaus, was wenig ist im Vergleich zum vorigen Berichten. Den früheren Gesundheitsminister und LSAP-Abgeordneten Mars Di Bartolomeo wundert der niedrige Anteil in den Kliniken, deshalb fragte er beim Gesundheitsminister nach, ob es damit zusammen hängen könne, dass die Spitäler und anderen Einrichtungen eher abgeneigt sind, Sterbehilfe zu leisten. Dabei sind die Einrichtungen dazu angehalten, dem Wunsch von Betroffenen nach einer Euthanasie auch nachzukommen.

Die Ministerien für Gesundheit und Familie bestätigen, dass Angehörige von sterbewilligen Patienten sich sogar mehrmals beim Sekretariat der zuständigen Kommission darüber beschwert hätten, dass der Wunsch des Patienten nicht respektiert wurde. Allerdings sei „nicht auszuschließen, dass die Steigerung der Euthanasien zuhause die Präferenz der Patienten in einem familiären Umfeld zu sterben, reflektieren könne“. Die Position der Regierung ist jedenfalls klipp und klar und wird nochmal im Koalitionsvertrag von Dezember 2018 wiederholt: „Krankenhäuser und Einrichtungen der Palliativmedizin müssen die Entscheidung eines Patienten für Sterbehilfe oder Hilfe zur Selbsttötung respektieren und ihm helfen, seinen Willen zu erfüllen. Die internen Regelungen der verschiedenen Einrichtungen müssen diese Bestimmungen achten“.

Das Spitalsgesetz von 2018 verpflichtet die Kliniken indes, einen Dienst für sterbenskranke Patienten einzurichten. Die Überwachungskommission hatte zudem empfohlen, die Direktionen der Einrichtungen, in der sich der Betroffene befindet, zu einer Prozedur zu verpflichten, um einen Arzt zu finden, der Sterbehilfe leistet. Ärzte dürfen sie ablehnen.

Ferner ist zu erfahren, dass noch Anfang des Jahres eine auf einer Umfrage beruhende Bilanz des Sterbehilfegesetzes vorgestellt werden soll.