LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

„Sixteen Moons - Eine unsterbliche Liebe“ hat beides: Romantik und Magie

Man nehme eine ordentliche Prise Harry Potter, mische eine gehörige Portion Twilight darunter und gebe am Schluss noch etwas Addams Family hinzu, fertig ist das Mischwerk von Kami Garcia und Margaret Stohl: „Sixteen Moons - Eine unsterbliche Liebe“ nennt es sich und dürfte eine Vielzahl junger Fans eben dieser Fantasy-Genres ansprechen. Drei weitere Bände folgten auf den Erstling, der Ende 2009 auf den Markt kam.

Der englische Originaltitel lautet übrigens „Beautiful Creatures“, so wie auch der gleichnamige Film, der im Februar in den Kinos lief. Darin wirkten u. a. Jeremy Irons und Emma Thompson. Wie immer steckt aber natürlich in einem Buch viel mehr drin als in einem Film. Die eigene Fantasie nimmt beim Lesen schnell eine Eigendynamik an. Der Text ist einfach gehalten, die deutsche Übersetzung sehr gut. Und wer sich nach dem Lesen das Filmplakat anschaut, stellt unweigerlich fest, dass er sich die Hauptprotagonisten eigentlich ganz anders vorgestellt hatte.

Schleppender Anfang, spannender Showdown

Tauchen wir also ein, in die Geschichte, die anfangs simpel scheint, vielleicht sogar etwas schleppend, dann aber immer verworrener und deshalb auch umso spannender wird. In der verschlafenen Kleinstadt Gatlin im Süden von Carolina in den USA passiert nie etwas. Töchter leben im Erwachsenenalter das Leben ihrer Mütter und Söhne machen als Teenager die gleichen Dummheiten wie schon ihre Väter Jahre zuvor. Ich-Erzähler Ethan Lawson Wate gibt die Geschehnisse - oder am Anfang auch Nicht-Geschehnisse - aus seiner Sicht wieder. Kurzum, das Leben in Gatlin ist öde. Bis eine Neue hinzieht: Lena Duchannes erregt die Aufmerksamkeit aller Einwohner dadurch, dass sie anders ist. Und vor allem auch, weil sie die Nichte von Macon Ravenwood ist, den seit Jahren niemand mehr gesehen hat und um dessen Gestalt die skurrilsten Geschichten kursieren.

Eine unmögliche Liebe

Es kommt, wie es kommen muss, Ethan verliebt sich in die geheimnisvolle Unbekannte, die so unbekannt doch nicht ist: Er kennt sie nämlich aus gemeinsamen Träumen. Es war sozusagen Liebe vor dem ersten Blick. Beide können sogar in Gedanken miteinander reden, obwohl Ethan ein Sterblicher ist und Lena… eine „Caster“, eine Person mit besonderen, magischen Fähigkeiten. Doch auf Lenas Familie lastet ein Fluch. Jedes Mitglied wird an seinem 16. Geburtstag berufen und dann entweder „Dunkel“ oder „Licht“, also gut oder böse.

Ethan und Lena fiebern dem „Stichdatum“ entgegen, versuchen herauszufinden, wie sie den Fluch abwenden können, kommen dunklen Geheimnissen auf die Spur und verlieben sich natürlich immer mehr. Doch ein Sterblicher und eine Caster können nicht zusammen sein. Oder doch? Das Abenteuer nimmt seinen Lauf. Lena verändert sich, und Ethan begibt sich immer häufiger in Gefahr. Ob die beiden am Ende wirklich glücklich sein werden, erfährt man wohl erst im letzten Teil der „Caster-Chroniken“, nämlich „Nineteen Moons - Eine ewige Liebe“, der aber erst Anfang nächsten Jahres in der deutschen Übersetzung erscheinen wird.

Geschickte Mischung aus Lovestory und Fantasy

Wie bereits erwähnt werden Fans von Fantasygeschichten à la Harry Potter oder Twilight bei der Lektüre voll auf ihre Kosten kommen. Die geschickte Mischung aus Romantik und Magie hat sich in den vergangenen Jahren nicht umsonst bewährt.

Die Geschichte fesselt zweifelsohne, auch wenn man sich zwischendurch manchmal wünscht, sie würde etwas schneller vorankommen. Dennoch sind alle Details wichtig und die detailreich beschriebene Welt wirkt irgendwie so authentisch, dass man fast an Magie glaubt. Am Schluss des ersten Bandes bleiben viele Fragen offen: Ist Ethan tatsächlich ein gewöhnlicher Sterblicher? Kam seine Mutter nicht doch unter mysteriöseren Umständen ums Leben? Diese und viele andere Fragen werden teilweise in Band zwei „Seventeen Moons - Eine unheilvolle Liebe“ beantwortet.