LUXEMBURG
MM

Hauptstädtischer Gemeinderat: Blockheizkraftwerk auf Kirchberg wechselt Energiequelle

In der gestrigen Sitzung des hauptstädtischen Gemeinderates legte der neue Rat Gilles Rod seinen Eid ab. Der 1973 geborene Grünen-Politiker und Direktor des „Comité national de Défense sociale“, trat damit die Nachfolge von Runa Egilsdottir an, die es nur wenige Monate als Gemeinderätin in der Hauptstadt gehalten hatte.

Auf dem Programm der Räte stand die Verabschiedung einiger Konventionen bzw. Abänderung von bestehenden Texten. Hervorzuheben ist, dass die Stadt Luxemburg dem Staat in Merl, auf „Geienberg“, 12,85 Ar zum Preis von 257.000 Euro abtritt, damit eine zweite Bahntrasse zwischen Luxemburg und Petingen angelegt werden kann. Auch wird CLT-UFA in Luxemburg-Grund eine Wetterstation einrichten, die sowohl Temperatur als auch Luftfeuchtigkeit misst. Die Stadt Luxemburg wird in Zukunft die Gehälter von drei Vollzeitposten, statt bislang zweieinhalb, der „Jugend- an Drogenhëllef“ übernehmen.

Pellets statt Gas

Eine größere Änderung wird das Wärmekraftwerk auf Kirchberg erfahren, das die Stadt Luxemburg seit 1998 zusammen mit dem Fonds du Kirchberg betreibt: Statt Gas werden in Zukunft Pellets in Wärme umgewandelt. Zwei Gründe führten zu diesem Schritt: Erstens gelten keine geregelten Abnahmetarife mehr für den auf der Basis von Gas produzierten Strom, anders als für Pellets, und zweitens entsteht weniger CO2 - denn hierfür müssen Emissionsrechte erworben werden. Durch die Umstellung soll das wirtschaftliche Überleben der Zentrale gewährleistet bleiben. Die Stadt Luxemburg wird keine direkte Investitionshilfe leisten müssen.

Teurer als gedacht…

Im zweiten Anlauf hieß der Gemeinderat gestern die Renovierung des Pavillons im Park Merl gut. Immerhin werden die Arbeiten mit 3,2 Millionen Euro zu Buche schlagen, und liegen damit um rund 180.000 Euro höher als noch acht Monate zuvor, als das Projekt zum nochmaligen Überdenken zurückgestellt worden war. Die Bauarbeiten sollen von Oktober 2015 bis Juni 2017 dauern.

Bei einem stolzen Überzug von rund 1,2 Millionen Euro - oder 30 Prozent -gegenüber den ersten Kostenvoranschlag werden die unterirdischen Infrastrukturen auf dem Bahnhofsvorplatz instand gesetzt, bei einem Gesamtkostenpunkt von 4,9 Millionen Euro für die Stadt Luxemburg. Hauptsächlicher Grund für den Unterschied zwischen dem im Juni 2014 vom Gemeinderat verabschiedeten Kostenvoranschlag und der gestern vorgelegten Tabelle: Die Arbeiten werden in 300 statt 365 Arbeitstagen durchgeführt werden. Gearbeitet wird von 07.00 bis 22.00.

Kräftig höher fällt auch die Rechnung für die Instandsetzungsarbeiten an der Kanalisation in der Avenue Guillaume aus, wo man sich bei der Berechnung der Anzahl der Privatanschlüsse vertan hatte. Statt den im April 2013 votierten rund zwei Millionen Euro, werden jetzt 2,75 Millionen Euro veranschlagt. Zusätzlich wird die Kanalisation in den Nebenstraßen der Avenue Guillaume erneuert.

Besserer Schutz für Biotope

Definitiv verabschiedet wurde die Abänderung des allgemeinen Bebauungsplanes betreffend ein Grundstück in der Rue de Beggen („Cent-Buttek“). Dem Bebauungsplan der Hauptstadt wurde gestern auch eine neue Bezeichnung hinzugefügt, nämlich die der „zones de servitude - urbanisation-biotopes“, um Biotope besser zu schützen.

Das Haus Nummer 29, avenue de la Gare, möchte die Stadt nicht auf dem Zusatzinventar der schützenswerten Häuser eingeschrieben sehen, da es sich in einem als „Ensemble sensible“ eingestuften Bereich der Stadt befindet, und somit in den Augen der Stadtväter und -mütter bereits ausreichend geschützt ist. Entsprechend wird dem Kulturministerium auf dessen Anfrage ein negativer Bescheid zugestellt.