LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Passengers“ galt eigentlich als unverfilmbar

Jon Spaihts („Prometheus“) schrieb das Drehbuch zu „Passengers“ bereits 2007. Es wurde aber als unverfilmbar eingestuft und erst 2015 wieder entdeckt, als sich die Schauspieler Jennifer Lawrence und Chris Pratt für das Manuskript interessierten. Die Verfilmung durch den norwegischen Regisseur Morten Tyldum, der 2014 mit „Imitation Game“ das Kinopublikum weltweit überzeugen konnte, wurde für das 110 Millionen Dollar teure Projekt engagiert.

Zu früh erwacht

Das riesige Raumschiff Avalon fliegt durch die unendlichen Weiten des Alls. Sein Ziel ist der Planet Homestead II, der von den Menschen besiedelt wurde. Die Reise dauert 120 Jahre bei halber Lichtgeschwindigkeit. An Bord sind 5.000 Passagiere und 258 Crewmitglieder, die alle im Kälteschlaf liegen. Geplant ist, dass die Passagiere vier Monate vor der Ankunft geweckt werden, um auf ihre neue Heimat vorbereitet zu werden. Beim Durchqueren eines Meteoritenfelds erleidet die Schiffstechnik einen Schaden. Passagier Jim Preston (Chris Pratt) erwacht 90 Jahre zu früh aus seinem Tiefschlaf. Die Computerprogramme beginnen anzulaufen, als seien alle 5.000 Passagiere wach. Jim sucht Hilfe, aber außer dem Barmann Arthur (Michael Sheen), ein Roboter, ist niemand ansprechbar. Eine wertvolle Hilfe ist Arthur nicht, da er allenfalls nur Banalitäten mit ihm besprechen kann. Weitere Roboter erledigen die anfallenden Arbeiten wie Putzen und Servieren.

Jim versucht vergeblich in die Kommandozentrale einzudringen, und sein Hilferuf wird Jahre brauchen, ehe er auf der Erde ankommt. Nach über einem Jahr in der Einsamkeit des Raum-Traumschiffs, das über alle Annehmlichkeiten verfügt, entscheidet sich Jim, die Schriftstellerin Aurora Lane (Jennifer Lawrence) zu wecken. Er hat ihre Bücher gelesen, ihre Videos angeschaut, und glaubt, die ideale Frau gefunden zu haben. Nur muss sie an einen Systemfehler glauben, der ihr frühes Erwachen erklärt.

Funktioniert als Liebesgeschichte

Stellenweise erinnert der Film an Douglas Trumbulls „Silent Running“ (1971), wo Bruce Dern als Astronaut Lowell auch allein in einem Raumschiff durch den Weltraum tuckerte. Ab dem Moment, wo Aurora ins Spiel kommt, und Jim versucht, ihr zu gefallen, ohne sich aufzudrängen, baut sich eine ganz aparte Atmosphäre auf. Man spürt, wie sich Liebe auf beiden Seiten aufbaut. Dann erfährt Aurora, dass es kein Systemfehler war, der sie zu früh erwachen ließ. Sie wird wütend auf Jim, und ihre Liebe verwandelt sich in Hass.

Plötzlich taucht Gus (Laurence Fishburne) auf, ein Crewmitglied, das auch zu früh geweckt wurde. Bis hierher überzeugt die Geschichte, um dann aber langsam abzurutschen. Fehler im System riskieren den Untergang des Raumschiffs. Und endlich knallt die Fantasie bei den Filmemachern durch und alles Unmögliche wird möglich.

Noch ein paar Überlegungen: Sollte das Raumschiff mit halber Lichtgeschwindigkeit fliegen, gleiten die Sterne draußen sicher nicht im Schneckentempo an ihm vorbei. Außerdem fliegt es ganz nahe an einer Sonne vorbei, was das sichere Verbrennen bedeuten würde. Und man kann sich fragen, warum der Kurs von der Erde zu Homestead II durch ein Meteoritenfeld und so nahe an einem Roten Zwerg vorbeiführt. Fazit: lieber auf der Erde bleiben.