LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Über 120 Gäste hatten sich zum ersten Geburtstag der „Ladies In Law Luxembourg Association a.s.b.l.“ angemeldet

Ausnehmend viele gut gelaunte Frauen kamen gestern in die Kanzlei Allen & Overy. Der Grund: „Ladies In Law Luxembourg Association a.s.b.l.“ (LILLA) feierte den ersten Geburtstag. Über 120 Gäste hatten sich zum Cocktail angemeldet, obwohl zeitgleich die FinTech-Awards liefen.

Die Präsidentin Marine Tarditi erinnerte daran, dass sich bei der Gründung 250 Interessenten gemeldet hatten. Mittlerweile zählt LILLA 160 Mitglieder sowie sechs Unternehmen als Mitglied, nämlich Allen & Overy, D. Law, Hogan Lovells, Stibbe, Loyens & Loeff sowie die BGL BNP Paribas. „Wir haben ein Board mit 15 Mitgliedern aus unterschiedlichen Unternehmen, allen voran Banken und Kanzleien, geschaffen“, sagte Tarditi in ihrer Ansprache. LILLA legt Wert auf die unternehmensübergreifende Frauenförderung. Deshalb organisieren die Mitglieder im Board regelmäßig Schulungen und haben verschiedene Arbeitsgruppen.

Es gibt auch ein langfristiges Projekt: Bei einem Hackathon soll jede Gruppe eine Strategie für mehr Diversität finden. Die Jury unter Larissa Best, Unternehmerin und Leiterin des Think Tanks „Equilibre“, der sich für mehr Gerechtigkeit in Gender-Fragen einsetzt, wird dann die beste Idee auswählen, die alle umsetzen sollten, wie die Teilnehmer gestern erfuhren. Best war gestern Abend ebenfalls als Gastrednerin präsent. „Die durchschnittliche Zahl von Männern in einem Netzwerk liegt bei 81, die von Frauen in einem Netzwerk bei 16 bis 17“, unterstrich Best. Aber gerade Netzwerke seien sehr wichtig. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen befördert werden, verdoppelt sich durch die Mitgliedschaft in Netzwerken und die Teilnahme an Konferenzen“, mahnte sie. Frauen werden bei LILLA aber nicht nur in Unternehmen, sondern auch in der Kunst gefördert. Deshalb gab es zum ersten LILLA-Geburtstag eine Kunstausstellung mit Werken der Künstlerinnen Audrey Riffaud und Cécile Chavet.

Kooperation mit Amazon

„Wir sind die erste Vereinigung für Juristinnen“, betonte Tarditi in ihrer Ansprache. Sie unterstrich auch, dass LILLA eng mit dem Frauennetzwerk WIDE zusammenarbeitet. Für weiteren Diskussionsstoff sorgte die Ankündigung, dass Amazon dabei ist, eine Frauengruppe für Juristinnen zu schaffen, mit der LILLA ebenfalls zusammen arbeiten wird. In Luxemburg gibt es eine Reihe von Juristinnenvereinigungen, die in jüngster Zeit entstanden und die sich alle für mehr Diversität einsetzen.