MERSCH
LIZ MIKOS

Aus Tausenden von Seiten konnten nur vier Sieger gekürt werden

Gestern Abend wurden die Gewinner des „Concours littéraire national“ im Merscher „Centre national de littérature“ gekürt und gebührend gefeiert. Obwohl sie bereits vor der Preisverleihung bekannt waren, standen die drittplatzierte Anja Di Bartolomeo, Silberträgerin Olivia Katrandjian, Hauptgewinner Samuel Hamen sowie Antoine Pohu, Sieger des Jugendpreises, natürlich ganz besonders im Fokus der Zeremonie.

Genre-Vielfaltbeim Literaturpreis

Mit seinem Genremix aus Kriminalroman und Dystopie punktete Samuel Hamen auf ganzer Linie und gewann mit seinem Roman „I.L.E“ den heiß begehrten ersten Preis. Doch nicht nur Kriminalgeschichten begeisterten die kritische Jury, immerhin konnten auch Anja Di Bartolomeo, mit ihrem Roman-Debüt „Wundholz“, und Olivia Katrandians historisches Werk „The Ghost Soldier“ ordentlich punkten. Jugendpreisträger Antoine Pohu überzeugte in seinem französischsprachigen Roman „La Quête“ vor allem durch seine stilistische Reife.

Literatur im Großherzogtum

Schon seit 1978 wird der Preis vom Kulturministerium organisiert und steht stets im Zeichen eines bestimmten literarischen Genres. In diesem Jahr hatte nun Kulturministerin Sam Tanson die Ehre, die vier Sieger bei der Verleihung willkommen zu heißen und zu beglückwünschen. 2019 widmete sich der Literaturpreis dem Genre des Romans. Die engagierten Jurymitglieder mussten hierfür ganze 7.000 Seiten lesen, teilweise über sich ergehen lassen, wie Literaturkritiker Jérôme Jaminet, der in diesem Jahr die Rolle des Jury-Präsidenten übernommen hatte, während seiner Rede verkündete. Die hohe Seitenanzahl sei aber auch mehr als genug Beweis dafür, dass in Luxemburg fleißig geschrieben werden würde. Dass bei 7.000 Seiten nicht jeder die Entscheidung der Jury nachvollziehen könne, liege eigentlich schon in der Natur der Sache, erklärte er weiter. Umso erstaunlicher sei es, wie schnell sich die fünf Kritiker untereinander einig waren.

Einen kleinen Verbesserungsvorschlag zur Kategorisierung der Teilnehmer hatte Jérôme Jaminet dann allerdings doch noch: Statt, den Jugendpreis an junge Leute bis zum 25. Lebensjahr zu verleihen, könnte man dies überdenken und alle Teilnehmer ab 20 Jahren zur Kategorie der Erwachsenen zählen.

Feierliche Stimmung

Im Anschluss der Preisübergabe fand eine Diskussionsrunde mit den Laureaten Samuel Hamen und Antoine Pohu statt. Zu guter Letzt tauschten sich die Gewinner bei einem Umtrunk noch mit den Gästen aus und feierten ihren Sieg. Für die nötige musikalische Begleitung des Abends sorgte der luxemburgische Musiker Bartleby Delicate.