LUXEMBURG
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Entspannung in der Covid-19-Krise: Ab heute sind wieder zahlreiche Aktivitäten erlaubt – Eine Rundumschau

Während die Verbreitung des Covid-19-Virus eingedämmt scheint, hat die Regierung vergangene Woche nach der Reaktivierung des Bausektors am 20. April und der Wiederaufnahme der Abschlussklassen im Schulbetrieb sowie der Wiedereröffnung der Arztpraxen am 4. Mai zum 11. Mai eine konsequente Lockerung der zum 18. März eingeführten Beschränkungsmaßnahmen in punkto Mobilität und soziale Kontakte beschlossen. Das Prinzip des #Bleiftdoheem wird aufgehoben, bleibt allerdings empfohlen, insbesondere für Menschen aus sogenannten „Risikogruppen“, das heisst für Leute mit Gesundheitsbeschwerden und Senioren, für die eine Ansteckung mit dem Virus besonders gefährlich ist. Allgemein gilt die strikte Einhaltung der sogenannten „Barrieregesten“ (regelmäßig Händewaschen, kein Körperkontakt, immer in ein Taschentuch oder in den Ellbogen husten oder niesen, mindestens zwei Meter Abstand zu anderen Personen halten, Atemschutzmaske dort wo das nicht möglich ist) Nachfolgend eine Übersicht der Änderungen ab heute.

Fotos: Pierre Weber, Shutterstock - Lëtzebuerger Journal
Fotos: Pierre Weber, Shutterstock

Treffen, aber keine Party

Versammlungen privater Art bleiben bis auf Weiteres verboten. Aber es gibt – zusätzlich zu der bereites geltenden Erlaubnis für maximal 20 anwesenden Personen bei Hochzeiten und Begräbnissen – weitere Ausnahmen. So dürfen Haushalte ab sofort bis zu sechs Personen von Außerhalb begrüßen – zusätzlich also zu den ohnehin im Haushalt lebenden Menschen. Auch hier gilt es die Barrieregesten einzuhalten. Maximal 20 Personen dürfen sich dann an einem öffentlichen Ort draussen treffen. Erlaubt sind auch so genannte „Drive-in“-Aktivitäten auf genehmigten Parkplätzen (für Autos und Motorräder präzisiert die großherzogliche Bestimmung). Das ist vor allem auf Autokinos gemünzt. Das Echternacher Ciné Sura präsentiert so – übrigens bereits zum 10. Mal – ab dem 28. Mai ein kontaktloses Autokino am Echternacher See.

Mehr: www.cinesura.com

Auch die Gemeinde Mamer veranstaltet ab dem 14. Mai ein Autokino, und zwar auf dem Bauhaus-Parkplatz in der Capellener Gewerbezone.

Mehr: www.mamer.lu/autokino

Es gelten überall hohe Sicherheitsauflagen, welche die Polizei denn auch kontrollieren wird.

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Schule: die zweite Welle

Am 4. Mai war wieder „Rentrée“ in den Abschlussklassen – mit rund 6.000 Schülern und 1.500 Lehrern – ab heute kehren rund 42.000 Sekundarschüler (7ième bis 2ième) zurück zur Schulbank. Aber nicht alle gemeinsam. Es gilt nämlich das „Rotationsprinzip“, jeder Schüler geht also nur jede zweite Woche ins Lyzeum. Das ermöglicht demnach kleinere Klassen, in denen die Wahrung der Sicherheitsabstände und Hygieneregeln so gewährleistet werden kann. Der Fokus im Unterricht liegt auf dem Wesentlichen, das für das nächste Schuljahr wichtig ist. Die Schüler wiederholen grundsätzlich die Inhalte, die sie im Fernunterricht gelernt haben, aber es kommen auch neue Materien dazu. In der Woche, in der sie zuhause bleiben, wiederholen die Schüler das in der Klasse Gelernte. Klassenarbeiten gibt es nur in den Fächern Sprachen und Mathematik sowie den Spezialisationsfächern der verschiedenen Sektionen, die Projekte oder Aufgaben im Fernunterricht werden in der Klasse abgeschlossen und anschließend benotet. A propos Benotung: Wenn der Schüler in einem Fach wenigstens zwei Noten hat, wird die schlechteste Note bei der Berechnung der Durchschnittsnote nicht berücksichtigt. Hat der Schüler während des Fernunterrichts gut gearbeitet, können Lehrkräfte die von Januar bis Juli erhaltenen Durchschnittsnoten um 1 bis 4 Punkte heben. Statt zwei Trimestern gibt es also ein Semester in diesem ersten Teil des Jahres. Merke: Die Daten für die kommenden Ferien bleiben unverändert. Die „Grouss Vakanz“ beginnt also am 16. Juli. Da auch die Schulkantinen geschlossen haben, bietet Restopolis einen Lunchpack-Service an: portal.education.lu/restopolis. Am 25. Mai heißt es dann wieder „Back to School“ für die über 57.200 Schüler der Grundschule.

Mehr zum Thema: tinyurl.com/RentreeBis

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Der Kulturbetrieb darf wieder anlaufen – teilweise

Im Prinzip bleiben die kulturellen, sozialen, festlichen, sportlichen und Freizeitaktivitäten „indoor“ weiterhin untersagt. Auch die Spielplätze bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Aber es gibt Ausnahmen: Archive, Bibliotheken, das „Centre national de littérature“, das „Centre national de l’audiovisuel“, die Museen und Ausstellungsräume dürfen wieder öffnen. Wobei sie garantieren müssen, dass die sanitären Maßnahmen gegen die Covid-19-Verbreitung strikt eingehalten werden. Das erfordert natürlich die Regulierung der Eintritte und der Bewegungen der Besucher innerhalb der Kulturinstitutionen, die Verfügbarkeit von Desinfektionsmitteln und mehr Reinigungsarbeit. Und macht Gruppenführungen, Seminare und pädagogische Aktivitäten in einer ersten Phase unmöglich. Das Kulturministerium weist in einer Mitteilung darauf hin, dass die Kulturinstitutionen während des „Lockdowns“ ihr digitales Angebot zum Teil deutlich ausgebaut haben.

Hier gibt es eine Liste der wieder offenen Kulturorte, auf den Websites der Akteure finden sich weitere Details: tinyurl.com/KulturOffen

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Sport ja – aber kein Körperkontakt

Auch sportliche Aktivitäten im Freien mit mehr Teilnehmern – bis zu 20 - sind wieder erlaubt. Allerdings ohne Körperkontakt, ohne Wettkampf und ohne Publikum. Dazu hatte Sportminister Dan Kersch am Freitag Details gegeben. Mit der Präzision, dass Schwimmbäder – auch offene – vorerst geschlossen bleiben, genau wie alle Umkleidekabinen und Duschen der Sportinfrastrukturen, die wieder öffnen. Kersch betonte, dass die Entscheidung, Sportinfrastrukturen (im Freien) wieder zu öffnen, in letzter Instanz bei den Gemeinden oder privaten Eigentümern liege. Sporthallen bleiben ebenfalls bis auf Weiteres zu. Das gleiche gilt für Fitnesszentren.

Die Liste der Breitensportarten, die wieder erlaubt sind gibt es hier: tinyurl.com/SportListe

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Back to business

Generell dürfen alle Geschäfte wieder öffnen. Aber es gibt weiterhin Ausnahmen: Kinos (außer Autokinos), Fitnessstudios oder ähnliche, Freizeitparks, Spiel- und Unterhaltungsangebote in geschlossenen Räumen, Glück- und Geldspiele, sowie Messen und Salons müssen zu bleiben. Während sich die Umsetzung der Hygienebestimmungen in Handel- und Handwerk unterschiedlich schwierig gestaltet – die Berufsverbände haben über die letzten Wochen eine Menge von Empfehlungen dazu ausgearbeitet – und oft Termine für verschiedene Dienste gemacht werden müssen, wartet der Horesca-Bereich immer noch sehnlichst auf Lockerungen. Erlaubt bleiben in der Gastronomie bis auf Weiteres nur Take-out, Drive-In und Lieferdienste. Das Hotelgewerbe darf Gäste logieren, aber ihnen darüber hinaus lediglich Room-Service oder Take-out anbieten.

Premier Bettel hatte in Aussicht gestellt, dass die Gastronomie wieder ab dem 1. Juni anlaufen könnte, „wenn es die Zahlen erlauben“. Gemeint war die Entwicklung der Covid-19-Infektionszahlen und der Akutfälle. Am vergangenen Donnerstag hatten Horesca, clc und Handwerkerföderation erneut einen Hilferuf an die Regierung gerichtet mit der Aufforderung, die Möglichkeit der Kurzarbeit aus Pandemiegründen noch bis mindestens Jahresende aufrecht zu erhalten. Denn die Wirtschaft könne nicht so ohne Weiteres wieder anlaufen und werde schwer an den Sicherheitsbestimmungen zu tragen haben.

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Die große Maskenverteilung

Heute ist auch der Startschuss für die große Atemschutzmaskenverteilung an die Grenzgänger. Die Regierung stiftet nicht nur 50 Einwegmasken pro Einwohner, sondern auch jeder Pendler soll die gleiche Anzahl bekommen. Für die 205.000 Grenzgänger macht das insgesamt 10,2 Millionen Masken, die noch bis zum 24. Mai an zwölf verschiedenen Abholstationen im ganzen Land gegen Vorlage eines Schreibens ausgehändigt werden. Wobei diese Schreiben nach und nach, über fünf Tage verteilt, an die Betroffenen geschickt werden. Die Armee ist mit dieser logistischen Mission betraut. Derweil kümmert sich das CGDIS um die Lieferung der Masken für die Einwohner der 102 Kommunen im Land. Bis kommenden Freitag sollen die insgesamt über 26 Millionen Exemplare bei allen Gemeinden angekommen sein, die dann die Auslieferung organisieren. Auch hier bekommt jeder Bürger über 16 ein Schreiben vom Innenministerium zugestellt, das er gegen ein Kästchen Masken eintauschen kann. Da die Kommunen noch vollauf mir der Organisation der neuerlichen „Rentrée“ in den Grundschulen beschäftigt sind, dürften die meisten ihre Bürger in der nächsten Woche über die Abholorte in Kenntnis setzen und ab dem 25. Mai die große Ausgabeaktion anlaufen lassen.

Mehr zu den Abholstationen für die Atemschutzmasken für Pendler: tinyurl.com/Pendlermasken