LUXEMBURG
INGO ZWANK

Jacques Schneider: Innerhalb von fünf Tagen war sein Modelabel „Léiwe Boy“ auf dem Markt

Von der Idee bis zur Produktion hat es gerade einmal fünf Tage gedauert: Der Luxemburger Künstler Jacques Schneider liebt Jogging- und Sportkleidung. „Ich ziehe sie gerne an, sie ist bequem, auch bei der Arbeit“, erzählt Schneider. Doch als er sich in Luxemburg auf die Suche nach Jogginghosen machte, die ihm gefallen, wurde er nicht fündig. „Es gab nur die großen Marken – und die haben mir nicht zugesagt“, denn er wollte auch den gewissen Grad an Nachhaltigkeit und Fairness in der Kleidung wiederfinden. „Fair und ‚Organic Cotton‘, also Bio-Baumwolle, das waren auch Kriterien für mich. Und wenn es geht, dann auch noch zu einem akzeptablen Preis!“ Wenn einem Künstler wie Schneider dann noch eine zündende Idee kommt, geht es ganz schnell. „Ich habe mich Silvester hingesetzt und die Idee zu Papier gebracht, am 2. Januar habe ich das Label eintragen lassen und am 4. Januar startete die Produktion.“ Das luxemburgische Label „Léiwe Boy“ war geboren. Als Markenzeichen prangt der Löwe auf der Kleidung – eben die Anspielung auf das luxemburgische Wort für Löwe, „de Léiw“. Aber auch in der Auslegung „lieb“, wie Schneider erklärt.

Produzieren lässt Schneider seine Kleidung in Bangladesch. „In einem Betrieb, der mit dem ‚Fair Wear‘-Siegel ausgezeichnet ist.“ Und seine „Léiw Boy“-Linie, die sich aktuell unter anderem aus Tshirts, Sweatshirts und auch Jogginghosen zusammenstellt, besteht aus 80 Prozent Bio Baumwolle, geht „weg wie warme Semmeln“. Bereits an den ersten Tagen sind 70 Prozent der Marge verkauft worden. „Den Leuten gefällt es, auch die Qualität“, sagt Schneider. Wobei er immer wieder betont, dass er gar nicht in die „Mode-Branche“ einsteigen wollte. Es habe sich einfach so ergeben. Wobei sich der Künstler nicht auf einen Bereich des Schaffens fixiert sieht, machte Schneider doch schon mit Ausstellungen wie „Vive Eis Police“ im Polizeimuseum oder auch einer ganz besonderen Fahne zum Nationalfeiertag auf sich aufmerksam. „Ich sehe den Künstler als jemanden, der die Gesellschaft begleitet und dann versucht, alle seine Möglichkeiten auszuschöpfen - eben mit Blick auf die Gesellschaft sein Wirken gestaltet.“ So kann man Kunst durchaus als eine Herausforderung ansehen - „alles ist möglich“, sagt Schneider daher zu seinem kreativen Drang, „zumal hier in Luxemburg haben wir doch absolut die Möglichkeiten, unsere Visionen und Ideen umzusetzen“ – nicht zuletzt mithilfe des Internets.

Mehrere Interessenten haben bereits geordert, die Kollektion „Léiwe Boy“ in ihren Bestand aufzunehmen, die Bestellungen laufen, wobei sich Schneider wundert, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, ein solch typisch luxemburgisches Label zu entwerfen. „Zu spät ...“, schmunzelt Schneider. „Doch viele Mädchen und Frauen kamen und fragten: ‚Wo ist denn die Mädchen-Kollektion?‘“ Auch da wird nun Abhilfe geschaffen, denn die „Mädchen-Edition“ komme in ein paar Tagen auf den Markt, wie Schneider verriet.

Erhältlich ist die Kollektion „Léiwe Boy“ und die Folge-Kollektion natürlich in der „KritzelFabrik“, 3, rue Jean Origer, in der Hauptstadt.