LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Kommende Woche sehen sich Unternehmen und Start-ups aus dem Bereich Logistik zum zweiten Mal in Luxemburg - Idee eines „Mobility Innovation Hubs“ wird vorgestellt

Der Logistik-Sektor gehört zu jenen Branchen, die vom Staat gefördert werden und mit Kühne & Nagel, DHL, Panalpina oder Wallenborn sind auch einige Schwergewichte hier. Doch oft ist es so, dass große Unternehmen Neuerungen bräuchten, über die Start-ups verfügen. Deshalb organisiert das Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten gemeinsam mit dem Cluster for Logistics und der deutschen Firma CorpPealrs am 24. April zum zweiten Mal ein „Matchmaking Event“ in den Räumen des Mobilitätsministeriums statt. Mit dabei sein werden neun Start-ups sowie ein größeres aus den USA. Wir haben uns im Vorfeld mit den Akteuren unterhalten.

Tobias Verlende, Geschäftsführer von CorpPearls aus Deutschland, berät laut eigener Aussage schon lange Start-ups und seit kurzem auch Start-up-Hubs respektive Initiativen zu deren Gründung. „Meist geht es darum, besonders innovative Start-ups mit der lokalen Industrie zusammen zu bringen“, sagt er. Dabei sind direkte Treffen, bei denen beide Seiten klar sagen, was sie können und was sie suchen, am erfolgreichsten. „Nach dem ersten Event im Oktober gab es zahlreiche Folgekontakte, derzeit werden Kooperationen geprüft“, hält er nicht ohne Stolz fest. Diesmal machen fünf Start-ups aus Deutschland, vier aus Luxemburg sowie eines aus den USA mit. Das sind Clear Logistics, Sumy, Firis, Easy4Pro, RE:Charge, ViSenSys, Skider, DepotCity sowie Freightfinders. Nähere Informationen gibt es auf der Internetseite des Clusters for Logistics. Ein weiteres, drittes Matchmaking-Event soll im Juli 2019 stattfinden.

Idee eines Mobility Innovation Hubs

Verlende war schon beim ersten Matchmaking Event im Oktober 2018 dabei. Diesmal bringt er eine neue Idee mit. „Die Idee ist, einen Mobility Innovation Hub in Luxemburg einzurichten“; sagt er. Solche spezialisierten Hubs gäbe es bereits in Deutschland. Dort seien 2017 und 2018 in Hamburg, Frankfurt/ Main und Duisburg Logistik Innovation Hubs eröffnet worden, auch in Rotterdam gäbe es eine vergleichbare Einrichtung. „Idealerweise ist es nicht nur eine Bürofläche, sondern es gibt auch eine Betreuung von Start-ups und die gezielte Anbindung an Investoren und die spezifische Industrie“, sagt er. Seiner Meinung nach wäre ein „Mobility Innovation Hub Luxemburg“ keine Konkurrenz zum „House of Start-ups“, sondern eine Ergänzung.

SensorTransport stellt sich vor

Einen Einblick, was ein Start-up kann und was es bringt, gibt Annika Sorensen. Sie ist Chief Financial Officer bei SensorTransport aus den USA, das auch im niederländischen Utrecht ein Standbein hat. Das Start-up hat mit dem Branchenführer Maersk nicht nur einen Kunden, sondern auch einen Investor gefunden. Sorensen selbst bringt 18 Jahre Erfahrung mit.

„Wir haben eine track & tray-Lösung und arbeiten mit Internet of Things, um den Zustand der Ware zu dokumentieren. Daher sind viele unserer Kunden Unternehmen, die Lebensmittel, Pharma oder Medikamente oder andere empfindliche Ware transportieren“, erzählt sie. Das seit 2018 operative Unternehmen bietet seinen Kunden an, die Dienste unter deren Logo und App zu vermarkten. „Es gibt viel zu viel Papierkram in der Logistikbranche. Aber das bedeutet nicht, dass man weiß, wo die Ware ist“, argumentiert sie. „Kunden wie Aldi oder Lidl wollen aber nicht wissen, wo der Lkw ist, sondern die Ware. Einen weiteren Vorteil in der von ihr angebotenen Lösung sieht sie darin, dass Fahrer für gute Leistung belohnt werden können. Mehr will sie auf dem Event verraten.


Anmeldungen unter www.c4l.lu