LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Tagung des internationalen Klimabündnisses von Städten und Gemeinden in Luxemburg

Zum zweiten Mal nach 2005 ist die Stadt Luxemburg Gastgeber der Konferenz des Internationalen Klimabündnisses, einem Verbund zahlreicher europäischer Städte und Gemeinden die sich praktische Unterstützung und einen fairen Nord-Süd-Dialog auf seine Fahnen geschrieben hat. Die Luxemburgischen Mitgliedskommunen sind leicht am Ortsschild „Klimabündnisgemeng“ zu erkennen. An dem internationalen Treffen nahmen rund 140 Aktivisten teil, darunter auch Vertreter indigener Völker aus Amazonien.

Bei einer Pressekonferenz im Cercle Cité stellten Staatsekretär Camille Gira, Hauptstadtschöffin Viviane Loschetter, Joachim Lorenz, Vorsitzender des Klima-Bündnis e.V. und Referent für Gesundheit und Umwelt der Stadt München, gemeinsam mit zwei Vertretern der indigenen Völker in Kolumbien und Peru die Ist-Situation und die Aufgabe des Klimabündnis dar.

Natur und Mensch unter Druck

Selbst für jemanden, dem der Klimakatastrophenhype zu gleichgeschaltet und zu wenig hinterfragend erscheint, war der Vortrag des Kolumbianers Jorge Furagora, einem Mitglied des Volk der Oipoto, beeindruckend. Amazonien, das kein politischer sondern eine geografischer Begriff ist und schlicht das Einzugsbecken des Amazonas beschreibt, berührt oder umfasst neun (!) Staaten. Natur und Urbevölkerung stehen hier unter erheblichem Druck, allein durch die wirtschaftliche Expansion und das Vorrücken „moderner“ Wirtschaftsstrukturen.

Die indigene Bevölkerung interessieren weder Arbeitsplätze noch Steuern noch Einkommen. In der Regel kennen sie nicht einmal Privatbesitz, ihre Ökonomie ist eine Wirtschaft der Selbstversorgung und des Tauschhandels. Viele der Gemeinden der Urvölker kommen och ohne jedes Geld aus, so Furagora. Man arbeite nicht für Firmen, sondern ganz konkret für die Familie. Die Entscheidungen in diesen Gemeinden würden keine gewählten Chefs, sondern die Ältesten, die Mitglieder mit einer natürlichen Autorität, treffen. Ein Baum sei bei den Völkern kein Wirtschaftsgut, sondern etwas, das Leben und Vielfalt sichert, so Jorge Furagora.

Aus dieser ureigenen Perspektive heraus haben die indigenen Völker eigene Vorstellungen zu einem weltweiten ökonomischen und politischen Umdenken formuliert, die von den Vorstellungen der Umweltorganisationen abweichen.

Nur zwei Zahlen seien an dieser Stelle genannt. 72% des Amazonasgebietes sind für Erdölbohrungen konzessioniert, 24% der Anden sind für Bergbau freigegeben.

Es geht den Völkern des Amazonas um das Recht auf Land, sauberes Wasser und das Recht auf Leben. Soziale Bewegungen die dies umsetzen wollen, werden, etwa in Peru, systematisch kriminalisiert.