LUXEMBURG
SVEN WOHL

„Vëlosummer 2020“: Der August lädt zum Radfahren ein

Jetzt, da sich immer mehr Menschen gezwungenermaßen mit dem Konzept der „Vakanz doheem“ anfreunden müssen, scheint die Zeit des Rads gekommen zu sein. Um Luxemburg besser per Drahtesel erkunden zu können, wurde mit großem Medienrummel die Aktion „Vëlosummer 2020“ aus der Taufe gehoben, um diesen Enthusiasmus mit Tatendrang konkret zu befeuern. Dementsprechend werden im August mehrere Straßen für den „normalen“ Verkehr gesperrt und damit den Fahrradfahrern übergeben. Dann dürfen nur noch Anrainer und RGTR-Busse über diese fahren. Und während der „Code de la Route“ nicht aufgehoben ist, dürften sich Fahrradfahrer über entspannte Entdeckungstouren freuen. Auch wenn nicht so viele Gemeinden mitgemacht haben, wie ursprünglich vorgeschlagen, sind im ganzen Land viele interessante Strecken hinzugekommen, die entweder den ganzen August oder zumindest einige Wochenenden den Fahrradfahrern vorbehalten bleiben und somit eine gute Ergänzung zum bereits bestehenden Fahrradwegenetz bieten.

Karten, Gutscheine und freie Fahrt

Der zuständige Tourismusminister Lex Delles (DP) ließ bei einer Pressekonferenz am Freitag durchblicken, dass es nicht bei einer einmaligen Gelegenheit bleiben würde, sondern dass man überlege, die Aktion in den kommenden Jahren zu wiederholen. Isoliert ist selbst die diesjährige Ausgabe nicht. Denn unter velosummer.lu finden Radfahrer nicht nur Karten und Empfehlungen, sondern werden auch an ihren Gutschein von 50 Euro des Tourismusministeriums erinnert. Kombiniert mit dem dieses Jahr gratis angebotenen Dienst movewecarry.lu, welcher das Gepäck eines Wanderers oder Radfahrers kostenlos von einer Station zur nächsten weitertransportiert. Wer das Land also in mehreren Etappen für sich entdecken möchte, wird hier versorgt.
Wer die Reise noch weiter aufpeppen möchte, indem er die lokalen Museen, Naturhighlights und die eine oder andere Burg mit einbindet, kann sich bei 100thingstodo.lu inspirieren lassen. „Wir sind ein relativ kleines Land, haben jedoch enormes Potenzial“, betonte der Tourismusminister gestern. Man müsse nur die unterschiedlichen Regionen miteinander vergleichen, um unglaubliche Unterschiede sehen zu können. Deshalb sei es auch wichtig, diesen Facettenreichtum bei den unterschiedlichen Strecken widerzuspiegeln und den Menschen zu erlauben, dies auch für sich selbst zu entdecken.

Sechs neue Highlights

Hier die sechs Strecken im Überblick:
VëloViaNorden - Start: Bahnhof von Ulflingen, Ziel: Bahnhof von  Wilwerwiltz (36 Kilometer,
am 1. und 2. August).
Mamer-Keispelt-Kopstal - Start: Lycée Mamer, Ziel: Bahnhof Mamer (27 Kilometer, an fünf Wochenenden im August)
„Vallées de la Mamer et de l’Alzette“ - Start: Bahnhof Pfaffenthal, Ziel: Parking Glacis (40 Kilometer, an fünf Wochenenden im August)
„Vallées de la Syre et de l’Alzette“ - Start: Bahnhof Pfaffenthal, Ziel: Partplatz Glacis (55 Kilometer,
den ganzen August über)
„Tour du Guttland et de la Moselle“ - Start/Ziel: Mondorf Christophorus (85 Kilometer, den ganzen August über)
„Véloexpresswee Esch/Belval-Luxembourg“ - Start: Bahnhof von Belval, Ziel: Bahnhof von Pfaffenthal/Parking Glacis (27 Kilometer, den ganzen August über)
www.velosummer.lu