LUXEMBURG
CATHERINE NOYER

Die 45. Antiques & Art Fair Luxembourg ist noch bis heute Abend ein Paradies für Kunst- und Antiquitäten-Sammler

Moderne Kunst oder Antiquität – noch heute kommen Sammler und Liebhaber beider Kategorien von 11.00 bis 19.00  in den Luxexpo-Hallen auf ihre Kosten. Auf der alljährlich stattfindenden „Antiques & Art Fair“ treffen sich Kunstgalerien und Antiquitätenhändler zu einem gelungenen Event. Rund 100 Aussteller haben sich eingefunden, um ihre Schätze zu zeigen und zu verkaufen.

Heimspiel oblige – für die Luxemburgischen Antiquitätenhändler ist Präsenz ein Muss, während die Kunstgalerien des Landes sich wohl eher auf reine Kunstmessen beschränken.

Patrick Lahr, der in Wiltz das Antiquitätengeschäft „Le musée chez soi“ führt, bietet allerdings beides an. Hier tummeln sich zeitgenössische Maler wie beispielsweise Josef Lange-Grumfeld, neben Antiquitäten und traditionellen Luxemburgischen Künstlern.

Altes zu neuen Formen gestaltet das Künstlerkollektiv „Missing Link“ mit fossilen Funden. „Wir sind sowohl Paläontologen als auch Künstler, da wir Jagd auf Fossilien machen. Die versteinerten Ammoniten, Fische oder Dinosaurierknochen befreien wir in minutiöser Feinarbeit von dem umliegenden Gestein, um dann ein neues natürliches Kunstwerk zu präsentieren“, erläutert Luc Ebbo, der seit rund 30 Jahren Fossilien sammelt und ihre natürliche Schönheit als Kunst präsentiert.

Zum ersten Mal auf der Messe sind Polsterer Piotr Mazurkiewicz und Designer Olaf Recht. In der „Polsterfabrik“ zu Manternach entstanden die Pebble-Stühle, die bereits ihren großen Auftritt in der Ausstellung „Des mains des maîtres“ im letzten November hatten. Das Know-how des Polsterers, der ebenfalls antike Polstermöbel restaurieren oder ihnen ein neues Leben geben kann, trifft hier auf die Idee des Designers zu einem handwerklich hochwertigen Gebrauchsgegenstand. 

Ein Kleid von Dior

Einen Stand mit Vintage-Haute-Couture führt Serge Liagre aus Toulon. Dort reihen sich Abendkleider von Christian Dior aus den 1960er Jahren, an Samtcapes von Yves Saint Laurent und andere Couture-Stücke. Besonders stolz ist der Aussteller auf einen Abendmantel von Paul Poiret aus den 1920er-Jahren mit einer „Sablé de perles“-Stickerei. „In unserer Villa Rosemaine in Toulon stellen wir besondere Stücke aus. Uns geht es auch darum, das textile Erbe Frankreichs zu bewahren“, erläutert er.

Auf die Bauhaus Epoche hat sich Adrien Denoyelle in seiner „Antiques Trade Gallery“ in Bad Mondorf spezialisiert. Neben klassischen Sesseln dieser Zeit blinkt eine Juke-Box in bunten Farben - ein Eyecatcher der nicht zu übersehen ist.

Zu den langjährigen Ausstellern des Salons gehört Mike Decker, der schon seit über 30 Jahren mit Antiquitäten in Luxemburg handelt und den Markt gut kennt. „Es ist überwiegend eine ältere Kundschaft, die zu mir kommt. Die jungen Leute haben wenig Interesse an Antiquitäten. Sie wollen auch nicht die Möbel übernehmen, die die Eltern hatten, sondern auf eigenen Füßen stehen, auch mit der Einrichtung“, weiß der Fachmann. Neue Märkte für Antiquitäten seien China und Indien. „Dorthin exportieren wir antike Möbel und andere Sammelobjekte. Das sind die Märkte der Zukunft.“

www.antiqaires.lu