LUXEMBURG
SVEN WOHL

Im zweiten nationalen Krebsplan möchte man auf Entwicklung reagieren

Der Lungenkrebs überholt andere Krebsarten bei der Zahl der Todesfällen. Diese Tendenz sei nicht nur bei unseren französischen Nachbarn festzustellen, sondern auch in Luxemburg zu sehen. Dies bestätigt der Gesundheitsminister Etienne Schneider (LSAP) im Rahmen seiner Antwort auf die parlamentarische Anfrage der „déi gréng“-Abgeordneten Josée Lorsché. Vor allem bei den Frauen werde der Lungenkrebs immer häufiger diagnostiziert. Dies hinge mit einem Anstieg des Tabakkonsums bei den Frauen ab den 1960er Jahren zusammen. Diese Entwicklung geschehe mit 30 Jahren Abstand zu der Entwicklung des Lungenkrebs bei den Männern. Was ein gezieltes Screening zu Lungenkrebs anbelange, gäbe es durchaus wissenschaftliche Daten, die darauf hinweisen würde, dass dies effizient sein könnte. Im Rahmen des zweiten nationalen Krebsplans soll eine Arbeitsgruppe Empfehlungen bezüglich eines Screenings der Gruppen, die das höchste Risiko tragen, ausformulieren.

Da das nationale Register für Krebs erst seit 2013 bestehe, habe man nicht unbedingt den kompletten historischen Überblick über die Entwicklung der Krebsfälle im Großherzogtum. Jedoch könnten erste Schlussfolgerungen aufgrund eines epidemiologischen Berichtes zum Krebs des „Luxembourg Institute of Health“ und des „Institut national du cancer“ bereits getroffen werden. So sei die Rate des Brustkrebs bei Frauen zwischen 1980 und 2015 konstant gestiegen, jedoch nicht immer im gleichen Maß. Was den Lungenkrebs angehe, seien die Zahlen seit den 80er Jahren zumindest bei den Männern zurückgegangen. Wie erwähnt steigen sie dagegen bei den Frauen an.

Auf die Vermutung hin, dass hormonelle Verhütungsmittel das Brustkrebsrisiko steigern könnte, meint der Minister, dass diesbezügliche Studien sich nicht einig wären. Bisher sei nicht eindeutig belegt, ob und wie sehr diese Verhütungsmethoden das Brustkrebsrisiko beeinflussen könnten. Dementsprechend würde die Vorteile der hormonellen Verhütungsmittel die gesicherten Nachteile übersteigen. Bei der sexuellen Aufklärung setze man in dieser Hinsicht auf Fakten.