LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Storm: Letters van Vuur“ von Regisseur Dennis Bots mit Außenaufnahmen in Luxemburg

Regisseur Dennis Bots kam in Sambia zur Welt, wuchs aber in den Niederlanden auf. Zuerst realisierte er Episoden für niederländische Fernsehserien, ehe er 2005 seinen ersten Kinofilm „Zoop in Afrika“ drehte. 2014 koproduzierte Tarantula sein Kriegsdrama „Oorlogsgeheimen“ (Secrets of War). Seinen neuen Film „Storm: Letters van Vuur“ (Storm und der verbotene Brief) finanzierte Iris Productions mit. Der Film feierte seine luxemburgische Premiere im Rahmen des siebten „Luxembourg City Film Festival“ und startet nun in den Kinos in der deutsch synchronisierten Fassung.

Gnadenloser Inquisitor

1521: Luther (Gabriel Boisante) hat einen Brief an die Christen in Antwerpen geschrieben, in denen er die Praktiken der Kirchenväter attackiert und die Leute auffordert, einfach nur für sich zu glauben, ohne die Kirchen zu besuchen oder teure Ablassbriefe zu kaufen. Der Bote entkommt, ehe Luther verhaftet wird. In Antwerpen betreibt Klaas (Yorick van Wageningen) eine Druckerei. Sein Sohn Storm (Davy Gomez) hilft ihm oft bei der mühevollen Arbeit, während die Mutter Cecilia (Angela Schijf) streng gläubig ist und sich um den Haushalt kümmert. Storm beobachtet, wie Luthers Bote seinen Vater bittet, den Brief zu drucken und unters Volk zu bringen. Eine beachtliche Summe Geld soll seine Arbeit belohnen.

Die Menschen leiden unter dem gnadenlosen Inquisitor Frans Van der Hulst (Peter Van den Begin). Während Klaas den Brief auf einer Druckplatte zusammensetzt, drängen die Schergen des Inquisitors in die Druckerei. Storm kann die Platte retten und flieht, während Klaas im Kerker landet. Ein geheimnisvolles Mädchen mit einer Schleuder, Marieke (Juna de Leeuw), bewahrt ihn vor dem Übergriff seiner Verfolger. Storm folgt ihr in ihr Versteck in der Kanalisation unter der Stadt. Er muss sich etwas einfallen lassen, um seinen Vater vor dem Scheiterhaufen zu retten. Eine Möglichkeit wäre, den Brief zu drucken, um so eine Rebellion auszulösen.

Mittelalter hautnah

Beeindruckend ist die Rekonstruktion des Ambientes des mittelalterlichen Antwerpens auf einem Industriegelände in der belgischen Stadt. Dazu kommen Außenaufnahmen, etwa in Ypern und Luxemburg, und natürlich hat die moderne Computertechnik geholfen. So wird man in die nicht gerade einladende Atmosphäre des Mittelalters zurückversetzt, in der zwei Jugendliche um ihr Leben kämpfen und um das von Storms Vater. Der Film zeigt viele Aspekte der damaligen Kirche, wie die Werbung für Ablassbriefe oder die Angst der Menschen vor der Grausamkeit der Inquisition. Nie vertieft Regisseur Bots diese Perspektiven, denn er realisierte in erster Linie einen Film für die ganze Familie. Spannung soll die Zuschauer packen, und das gelingt. Natürlich darf im Nachhinein über den Film diskutiert werden, über Sinn und Unsinn der damaligen religiösen Praktiken. Somit wurde aus „Storm“ ein sehenswerter Film für alle.