LUXEMBURG
MARCO MENG

Schneller als gedacht: Luftfahrtkonzern schreibt wieder schwarze Zahlen

Die LuxairGroup hat die Krise überwunden, so der Vorstand, der gestern mit einer positiven Bilanz überraschen konnte.

Nach dem historischen Verlust von 10,5 Millionen Euro, ist der LuxairGroup letztes Jahr eine Trendwende gelungen: Netto steht ein Gewinn von 1,9 Millionen Euro unter der Bilanz, und das trotz zunehmendem Wettbewerbsdruck „und einem wirtschaftlichen Umfeld, das noch immer von der Krise geprägt ist“, wie der Konzern gestern auf dem Findel mitteilte.

Mit zum positiven Wandel beigetragen hat die neue Tarifstruktur, die die Luxair als Antwort auf die zunehmende Konkurrenz, die auch ab Findel fliegt, vornehmen musste. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, so der Vorsitzende des Luxair-Verwaltungsrates Paul Helminger. Die vom Vorstand beauftragten Unternehmensberater von Roland Berger hätten die Strategie bestätigt, so Helminger weiter. Aufgabe bleibe es aber weiterhin, die Kosten unter Kontrolle zu behalten und die Einnahmen zu steigern.

Operatives Ergebnis gesteigert

Adrien Ney, Generaldirektor der LuxairGroup zeigt sich mit dem Ergebnis, das „über alle Erwartungen gut“ sei, ebenfalls zufrieden: „Wir haben es geschafft, mit einer aggressiven Preispolitik die Verluste von Luxair Luxembourg Airlines zu reduzieren und gleichzeitig Arbeitsplätze zu erhalten worauf wir sehr stolz sind.“ Bei der Airline-Sparte hatte man den Verlust deutlich verringern können, will ihn aber weiter auf acht Millionen reduzieren, so Ney, der betont, dass man als selbstständige Airline überleben und nicht Teil eines internationalen Konzerns werden möchte. Er weist darauf hin, dass alle regionalen Airlines beim reinen Fluggeschäft Verluste machen, allerdings füttere die Airline die anderen Geschäftsfelder. Mit der konjunkturellen Erholung konnten im Flugbereich die Verluste deutlich durch ein Plus von 14% bei den Passagierzahlen eingedämmt werden. Mit dazu beigetragen habe die Einführung neuer Flugziele sowie die Erhöhung der Flugbewegungen. Der Umsatz bei Luxair Luxembourg Airlines erhöhte sich so um 6%.

LuxairTours konnte mit einem Passagierwachstum um 2% auf insgesamt 549.000 Touristen sogar ein Rekordergebnis hinlegen, obwohl durch die instabile Lage in Nordafrika und dem Nahen Osten die Nachfrage nach traditionellen Reisezielen wie Ägypten, Marokko und Tunesien weniger stark war. Auch das Frachtgutgeschäft, jahrelang der Profitbringer des Konzerns, konnte von dem verhaltenen Konjunkturaufschwung ebenfalls profitieren und nach einem Verlust von 3,4 Mio. Euro 2012 dank gestiegenen Frachtaufkommens wieder Gewinn machen. Man denkt aus diesem Grund auch darüber nach, das Cargocenter am Findel auszubauen.

„LuxairGroup ist für die Zukunft gut gerüstet“, so Helminger, der darauf hinweist, dass alle Airlines mit den Kosten kämpften. Nicht zuletzt darum seien neue Flugzeuge des Modells 737-800 eine sinnvolle Investition. Spätestens im September auf der nächsten Verwaltungsratssitzung wird man über die zukünftige Flugzeugflotte diskutieren. Martin Isler, Executive Vice-President der Airline-Sparte, erklärt dazu, dass das neue 800er-Modell von Boeing 18-20% weniger Treibstoff verbraucht. Das werde einiges zur Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit beitragen. Maschinen von Airbus seien keine Alternative.

Helminger, der auch Präsident von Cargolux ist, flog gestern nach der Pressekonferenz nach Zhenzhou, um sich mit Vertretern des chinesischen Cargolux-Aktionärs HNCA zu treffen. Ein klärendes Gespräch von Angesicht zu Angesicht sei nötig, um die Missverständnisse der Vergangenheit auszuräumen und künftige zu vermeiden. Der geplante Cargolux-Jungfernflug hatte unlängst wegen fehlender Flugrechte verschoben werden müssen. Helmingers wies darauf hin, dass viele Verantwortliche der HNCA Staats-Funktionäre sind, die nur eine gewisse Anzahl an Auslandsreisen pro Jahr unternehmen dürften.