LUXEMBURG
MM

Kooperation mit Lufthansa beendet - Frequenz nach München wird erhöht

Luxair will unbedingt an München festhalten, hatte Firmensprechen Jean Lasar Ende Juni erklärt. Damals hatte Lufthansa überraschend angekündigt, ihre 13-prozentige Beteiligung an der Luxair aufzugeben. „München geben wir nicht preis“, sagte er damals. Und fügte hinzu, dass demnächst Gespräche mit der Lufthansa beginnen sollen, wobei es um Kooperationsmöglichkeiten auf der Strecke nach Frankfurt gehen soll. Die scheint Lufthansa wohl nicht zu sehen.

Gestern gab die luxemburgische Airline bekannt, ihre Flüge nach Frankfurt ab dem neuen Winterflugplan einzustellen, gleichzeitig werde die Frequenz nach München auf vier pro Tag erhöht. Bislang waren es drei gewesen.

Die Münchener Route ist lukrativ

Diese Änderungen im Flugprogramm erklärt Luxair mit der Kündigung des Kooperationsabkommens der Lufthansa auf diesen zwei Routen. Luxair habe sich entschlossen, die Frankfurter Route aufzugeben, weil sie in erster Linie als Zubringerroute dazu verwendet werde, Passagiere zu und von anderen Bestimmungsorten zu befördern. Der Münchener Bestimmungsort hingegen passe vollkommen in die Strategie von Luxair, Luxemburg und die Großregion mit den europäischen Hauptstädten zu verbinden. „Diese Route hat ein jährliches Wachstum von 15 Prozent im Laufe der letzten Jahre gehabt“, erklärt Luxair.

Die luxemburgische Airline betont, sie fühle sich in einer Position, den Erwartungen der Kunden auf dieser Route zu entsprechen. Doch ganz leicht wird das nicht, denn auch die Lufthansa hatte angekündigt, bereits im Winterflugplan 2015/16 ihr Angebot ab Luxemburg auszubauen - dann will sie täglich mehr Flüge von hier nach Frankfurt und ebenfalls nach München starten. Auch die Lufthansa-Tochter Eurowings, die ausgebaut werden soll, wird fraglos ein weiterer ernstzunehmender Wettbewerber im Regionalflugverkehr für die Luxair werden. Ähnliches hatte Luxair-Chef Adrian Ney bei der Vorlage der Bilanz im Mai erklärt: Der Konkurrenzdruck steigt. Luxair konnte da eine Verbesserung des Konzerngewinns auf netto 9,7 Millionen Euro gegenüber 1,9 Millionen im Jahr davor vermelden. Das Liniengeschäft blieb aber defizitär.

Dank seiner vergrößerten Kapazität, die sich aus der Erneuerung seiner Flotte ergibt, wird Luxair auch im Sommerflugplan die skandinavischen Hauptstädten Stockholm und Kopenhagen in den Flugplan aufnehmen. Die Kollaboration zwischen Lufthansa und Luxair auf anderen Bereichen sei nicht beeinträchtigt, betont Luxair. Das gilt insbesondere für andere Flüge, die über Code-Share-Angebote und im Miles & More-Programm geleistet werden. Beim Codesharing wird ein Flug von zwei verschiedenen Airlines mit unterschiedlichen Flugnummern angeboten, aber dann nur von einer Airline, in diesem Fall Luxair, geleistet. Das bleibe auch so, erklärt Luxair.