LUXEMBURG
MARCO MENG

Eine der größten europäischen Privatjet-Fluggesellschaften entsteht

Während die anderen Luxemburger Airlines nicht aus den negativen Schlagzeilen kommen, hat sich eine andere in einer Nische etabliert - still und leise, und nicht weniger erfolgreich.

Luxaviation gehört seit der Fusion 2011 mit der seit 1997 auf dem Findel aktiven Global Jet und dem Erwerb der Paderborner „Fair Jets“ zu den größten Businessflug-Anbietern in Europa: Jetzt nach der Übernahme der belgischen Abelag wird die Airline mit einer Flotte von 50 Flugzeugen Marktführer in Benelux, Deutschland und Frankreich. Die Airline beschäftigt damit in Luxemburg jetzt 100 Personen, in Deutschland weitere 120 und in Belgien 140. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart; unterzeichnet werden soll der Kaufvertrag kommenden Donnerstag in Brüssel.

Eine Fluggesellschaft, erfolgreich „Madein Luxemburg“

Luxaviation, 2008 gegründet, fliegt mit ihren acht in Luxemburg stationierten Maschinen der Typen Embraer, Cessna und Bombardier (17 weitere Maschinen in Deutschland) vor allem als gemietete Flugzeuge Geschäftsleute - feste Ziele gibt es nicht: Es wird dahin geflogen, wohin der Kunde will. Vor allem für Geschäftsreisende sind damit solche Flüge interessant. Und sie können durchaus mit den Preisen für einen Businessklasse-Flug bei einem Linienflug der Konkurrenz mithalten. Laut einer Studie des Marktführers kleinerer Jets, Bombardier, wird der Markt solcher Flüge bis 2030 rasant wachsen.

Die neue Business-Aviation-Gruppe wird eine Reihe von Synergien in Wartung, Schulung und Kundenakquise verwirklichen. Zudem erlangt die Luxaviation mit dem Erwerb von Abelag Anschluss an ein internationales Netzwerk und kann auch geographisch expandieren, zum Beispiel nach Asien. Die Eröffnung eines neuen Büros in Singapur neben den bestehenden in Howald, Moskau und Tiflis steht kurz bevor. Laut Geschäftsführer Patrick Hansen wird sich der Umsatz der neuen Luxaviation-Gruppe auf rund 100 Millionen Euro im Jahr belaufen. „Luxaviation hat seine Tätigkeiten konsolidiert und besetzt erfolgreich eine Marktnische“, so Hansen weiter. Der Erwerb von Abelag setze Luxaviation auf die internationale Karte der Geschäftsluftfahrt.

Geschäftsfeld Maintenance

Das Luxemburger Unternehmen, das einst mit einem einzigen Flugzeug angefangen hatte, hat letztes Jahr in Kooperation mit ACC Columbia auf dem Findel auch einen Wartungsbereich gegründet. Das Problem: Der Hangar ist klein, und eine weitere Halle oder Kooperation mit einer anderen Fluglinie auf dem Findel sind nicht in Sicht. Hansen dazu: „Wir hätten die Maintanance in Luxemburg gerne ausgebaut, aber leider war das nicht möglich.“ Davon profitieren nun die anderen Standorte Deutschland und Belgien.