LUXEMBURG
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Zum Start des Autofestivals 2020: Zuwachs bei den Neuzulassungen um 4,2 Prozent

Die Fedamo, die „Féderation des Distributeurs Automobiles et de la Mobilité“, bereitet sich aktuell auf die 56. Ausgabe des Autofestivals vor, das vom kommenden Samstag (25. Januar) bis zum 3. Februar 2020 einschließlich stattfindet.

Das Jahr 2020 kündigt sich mit sehr vielen Neuerungen an, wie es die Verantwortlichen um Präsident Philippe Mersch gestern im Rahmen der jährlichen Pressekonferenz betonten. „Besonders im Hinblick auf die Emissionsreduzierung werden im Laufe des Jahres ein Großteil der Marken neue Modelle mit Hybrid-, Plug-In-Hybrid- oder Elektroantrieb vorstellen”, sagte Mersch. Einige dieser Neuheiten werden bereits auf dem Autofestival in den Showrooms der teilnehmenden Garagen und Konzessionen ausgestellt sein. „Viele Modelle kommen direkt aus Brüssel vom Salon“, sagte Mersch. Und Attraktivität muss sein, laufen doch an diesem Festival rund 30 bis 40 Prozent des Jahresumsatzes ab. Die 80 teilnehmenden Autohäuser haben sich in den vergangenen Monaten intensiv auf die diesjährige Auflage des Autofestivals vorbereitet und freuen sich darauf, auch dieses Jahr wieder mehr als 30.000 Kunden und Auto- und Motorradinteressierte in den Ausstellungsräumen begrüßen zu dürfen.

55.008 Neufahrzeuge zugelassen

Laut SNCA wurden 2019 in Luxemburg 55.008 Neufahrzeuge zugelassen, was einem Zuwachs von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, führte Manuel Ruggiu von der Zulassungsgesellschaft aus. „Dieser Zuwachs erklärt sich größtenteils durch die dynamische Entwicklung der Einwohnerzahl und der geschaffenen Arbeitsplätze”, so die Analyse von Ruggiu. Im vergangenen Jahr wurden 986 vollelektrische Fahrzeuge zugelassen, „ein Zuwachs von 129,3 Prozent.“ Stärker nachgefragt wurden ebenfalls Hybrid-Modelle (2.245 Einheiten, ein Plus von 106 Prozent) und Plug-in Hybrid Fahrzeuge (913 Stück, plus 28 Prozent). Damit stieg der Marktanteil der E-Fahrzeuge auf 7,5 Prozent.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die Ausweisung der Verbrauchswerte gelegt, die ab dem 1. März 2020 nach dem neuen und realitätstreuen Testzyklus WLTP gemessen wird. Die Verbrauchswerte der einzelnen Fahrzeuge werden sowohl nach der neuen Norm als auch nach der alten NEFZ-Norm ausgewiesen, um auch hier eine optimale Information der Kunden sicherzustellen.

Die Wahl der Motorisierung hänge in erster Linie vom Benutzungsprofil des Kunden ab, so die Experten. Die luxemburgische Autobranche habe in den vergangenen zwei Jahren massiv in die Weiterbildung ihres Verkaufspersonals investiert, um den Kunden „eine kompetente und objektive Beratung zu den verschiedenen Motorisierungsformen zu bieten“, so Mersch weiter. Was die Erhöhung der Akzisen auf Benzin und Diesel angeht, so sei man sich in der Branche sicher, dass diese Maßnahme nicht dafür sorgen werde, dass weniger gefahren und CO2 eingespart wird. Es könnte aber dazu führen, dass Unternehmen ihren Fuhrpark verkleinern und es so weniger „Dienstfahrzeuge“ geben könnte.

Stopp mit dem „Car-Bashing“

Fedamo stehe für einen neutralen Standpunkt gegenüber den Motorisationen. „55.008 Neuanmeldungen zeigen, dass das Auto immer noch im Mittelpunkt der Mobilität steht“, schloss Mersch, daher müsste man alle Lösungen, egal in welchem Bereich, immer aus diesem Blickwinkel betrachten. „Und beim aktuellen Stand der Technologie muss man langsam hier und auch im Ausland mit dem Car-Bashing aufhören“, sagte Mersch mit Blick auf den Auto-Sektor, der in den kommenden Jahren vor erheblichen Herausforderungen stehe. Traditionsgemäß fand am gestrigen Abend ebenfalls die Eröffnungkonferenz des Autofestivals in Anwesenheit des Ministers für Mobilität und Öffentliche Arbeiten sowie rund 200 Entscheidungsträgern des Automobilsektors statt.