LUXEMBURG
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Amazonas-Häuptling Raoni auf Besuch in Luxemburg

Luxemburg hat dem brasilianischen Häuptling Raoni Metuktire gestern 100.000 Euro zum Schutz des Regenwaldes im Amazonasgebiet zugesagt. Staatsminister Xavier Bettel versprach die Summe bei einem Treffen mit Raoni im Staatsministerium, an dem auch Finanzminister Pierre Gramegna teilnahm. Das Geld dazu soll aus den Mitteln des vom Umweltministerium betreuten Klimafonds kommen. Wie Bettel weiter unterstrich, sei der Kampf gegen den Klimawandel eine der Prioritäten seiner Regierung.

Der fast 90-jährige Raoni wurde durch seinen Einsatz für den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes und der indigenen Kulturen zu einer international bekannten Symbolfigur. Raonis weltweiter, jahrzehntelanger Kampf zusammen mit Leuten wie Sting machte ihn weltberühmt. Seit 2010 kämpft er gegen das Belo-Monte-Staudammprojekt. Inzwischen demonstrieren die Ureinwohner Brasiliens jedoch auch gegen die Politik des rechten Präsidenten Bolsonaro, der die Behörde für die Angelegenheiten der Ureinwohner dem Landwirtschaftsministerium und einem neuen Ministerium für Familie, Frauen und Menschenrechte unterstellen will, das von einem ultra-konservativen Pastor geleitet wird. Das Oberhaupt des Volks der Kayapo reist derzeit durch Europa, um Spenden zum Schutz des Xingu-Nationalparks zu erbitten. In den letzten Wochen traf sich der Häuptling bereits unter anderen mit Papst Franziskus sowie dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Am Freitag letzter Woche nahm Häuptling Raoni außerdem in Brüssel an einer „Youth For Climate“-Demo teil.