LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Rund 400 neue Flüchtlinge sind seit Anfang des Monats im Großherzogtum angekommen

Bereits am heutigen Mittwoch sollen im ehemaligen „Centre de logopédie“ in Strassen die ersten Flüchtlinge einziehen. 300 Betten stehen dort bereit.

Das sagte die Integrationsministerin Corinne Cahen gestern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Unterrichtsminister Claude Meisch und Infrastrukturminister François Bausch. Das ehemalige Logopädiezentrum wurde in einer Rekordzeit hergerichtet und gilt als Auffangstruktur für Neuankömmlinge. Die Mitglieder des zuständigen Parlamentsausschusses konnten sich gestern einen ersten Eindruck über die Einrichtung machen.

Über die Hälfte der Flüchtlingekommt aus Syrien

Seit Anfang des Monats sind indes nicht weniger als 398 Flüchtlinge - darunter 13 Minderjährige ohne Begleitung - in Luxemburg angekommen, von denen die meisten aus Syrien kommen. In zwei Wochen soll zudem in Halle 6 der Luxexpo mit der Aufnahme von Flüchtlingen begonnen werden, wo derzeit eine Zeltstadt entsteht und 360 Betten zur Verfügung stehen, derweil in der ehemaligen Maternité, die nächste Woche einsatzbereit ist, 130 Betten belegt werden können. Auf dem Gelände des CHNP in Ettelbrück, das über 220 Betten verfügen wird, sollen die ersten Flüchtlinge Ende Oktober untergebracht werden.

Containerdörfer nicht vor dem Sommer 2016 betriebsbereit

Auch werden in Steinfort, Diekirch/Herrenberg und in Mamer drei Containerdörfer errichtet, wo noch einmal 300 bis 600 Flüchtlinge untergebracht werden könnten. Diese Containerdörfer sollen aber trotz einer Beschleunigung der hierzu notwendigen Prozeduren nicht vor dem Sommer 2016 betriebsbereit sein, wie Minister Bausch hervorhob.

„Meng éischt 100 Wierder opLëtzebuergesch“

Wie Corinne Cahen gestern unterstrich, gebe es derzeit jedoch keinen Grund, sich Sorgen über die Aufnahmekapazität von Flüchtlingen zu machen, sei die Regierung doch „absolut vorbereitet“. Unterrichtsminister Meisch wies seinerseits auf die Wichtigkeit einer guten Integration der Flüchtlinge hin. Diese würden direkt in den Auffangstrukturen die Möglichkeit bekommen, unsere Sprache zu erlernen („Meng éischt 100 Wierder op Lëtzebuergesch“), derweil für die Jugendlichen spezielle „Classes d’accueil“ eingerichtet würden. Auch außerhalb der Schulen sollen die Flüchtlingskinder gefördert werden.

Innenminister Dan Kersch wohnte der gestrigen Pressekonferenz zwar nicht bei, doch ist dieser gerade in den Gemeinden unterwegs, um zusätzliche Wohnungen für Flüchtlinge zu finden. Diejenigen Leute, deren Flüchtlingsstatut anerkannt wurde - und bei den syrischen Flüchtlingen rechnen die Minister mit einer relativ schnellen Abwicklung - und die immer noch in den Auffangstrukturen untergebracht sind, sollen nämlich schnellstmöglich in normale Wohnungen umziehen, was dann auch in den Auffangstrukturen zusätzliche Betten freimachen würde.

Auch sollen sämtliche Auffangstrukturen und Flüchtlingsheime Wifi bekommen, so dass die Flüchtlinge leichter mit ihren Familien in Kontakt treten können. Bis nächste Woche soll aber auch eine Hotline eingerichtet sein, wo alle Informationen abgefragt werden können.
Mehr Seite 12