LUXEMBURG
MARCO MENG

Pescanova erklärt sich zahlungsunfähig

Seit Februar ist die Situation um das spanische Fischereiunternehmen Pescanova immer dramatischer geworden. Gestern nun hat sich das Unternehmen, das im März Insolvenz beantragt hatte, für zahlungsunfähig erklärt. Das bedeutet für die luxemburgische Beteiligungsgesellschaft Luxempart einen Millionenverlust.

Seit 2011 hat Luxempart mit einem Investment von 30 Millionen Euro 5,1% am spanischen Fischereiunternehmen gekauft und ist derzeit mit 5,8% beteiligt. Beim globalen Nettoergebnis hatte Luxempart noch kürzlich für das letzte Jahr von einer Steigerung um 58% auf 51,31 Millionen Euro berichten können und bis zuletzt auf eine Restrukturierung des galizischen Unternehmens gehofft.

Bilanzen korrekt?

Nun sind die Verhandlungen des spanischen Fischereiunternehmens um neue Kredite ergebnislos verlaufen. Die Rezession in Spanien kann allerdings nicht die alleinige Ursache der Schwierigkeiten sein: zuletzt hatte Pescanova, das weltweit aufgestellt und vor allem in Südamerika stark vertreten ist, Filialen in Portugal und Frankreich gegründet. Rund 60% des Umsatzes erwirtschaftet man außerhalb Spaniens. Dabei hat das Unternehmen eigenen Angaben nach den Gewinn seit 2005 Jahr für Jahr steigern können. Auch die letzte Bilanz spricht von „strong performance“ und einem erneuten Plus bei Umsatz und Gewinn. Nach mehreren Kapitalerhöhungen in den letzten Jahren sprechen allerdings manche Quellen gar von einem Schuldenberg von 2,5 Milliarden Euro. Die Schwierigkeiten, in denen das Unternehmen tatsächlich steckte, wurden spätestens Mitte letzten Jahres offensichtlich, als auch der Aktienkurs des Unternehmens in den Keller rutschte.