LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Zu Beginn des Revisionsprozesses machen die Unterstützer der Angeklagten mobil: Am Sonntag eine Pressekonferenz mit Sprechern verschiedener Organisationen aus Europa sowie eine Solidaritätskundgebung am Abend in der Stadt, an diesem Montag eine als „Tax Haven Safari“ beworbene Bustour durch das „Steuerparadies Luxemburg“ auf Englisch und Französisch und eine Demonstration der Solidarität während des Gerichtsprozesses am Mittag: Die Unterstützer der Angeklagten im LuxLeaks-Prozess drehen noch mal richtig auf. Mittlerweile zählen Organisationen von Oxfam über Attac bis CCFD-Terre Solidaire zu jenen, die sich mit den Whistleblowern solidarisch zeigen. Mehr als hundert Unterstützer aus zwanzig Ländern sind laut den Veranstaltern in Luxemburg für die ehemaligen PwC-Mitarbeiter Antoine Deltour und Raphaël Halet sowie für den Journalisten Edouard Perrin aktiv. Allein aus Lothringen sollen 70 Menschen anreisen.

„Eine Sache, die ganze Europa angeht“

Am Sonntag erklären verschiedene Unterstützer auf einer Pressekonferenz noch einmal ihre Motivation. Justin Turpel vom „Comité solidarité Luxleaks“ meinte: „Es geht nicht um Luxemburg-Bashing, sondern um eine Sache, die ganz Europa angeht.“ Der Politiker von „Déi Lénk“ verwies insbesondere auf einen besseren juristischen Schutz für Whistleblower sowie auf das freie Recht der Meinungsäußerung. Die Bürger müssten wissen, was passiert. „Wir wollen keinen Druck auf die Justiz ausüben, sondern den freien Meinungsaustausch ermöglichen“, sagte er.

Lucie Watrinet von der CCFD Terre-Solidaire aus Frankreich, das als Dachorganisation für mehrere Vereine und Verbände funktioniert, meinte: „Wir schulden den drei Angeklagten viel. Sie haben gezeigt, was wir schon seit mehreren Jahrzehnten beklagen.“ Für „Eurodad“ und „Tax Justice Europe“ sprach Tove Maria Ryding, Sie betonte, dass nicht umsonst Unterstützer aus 20 Ländern zum Prozess nach Luxemburg kommen. „Das liegt daran, dass der LuxLeaks-Skandal die Welt betrifft. Multinationale Konzerne sind in vielen Ländern der Welt präsent.“ Sie beklagte, dass EU-Staaten Steuerrulings zwar austauschen wollten, diese aber geheim blieben. „In Luxemburg ist die Zahl der Rulings um mehr als die Hälfte innerhalb eines Jahres gestiegen“, sagte sie. „Das ist absurd.“ Romain Deltour, Bruder des angeklagten Antoine Deltour, repräsentierte den Unterstützerverein, verwies darauf, dass sein Bruder sich nicht habe bereichern wollen. „Wir hoffen auf einen Freispruch. Was er gemacht hat, ist bewundernswert.“

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