LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Prostitutionsprozess: Angeklagte verstricken sich in Widersprüche

Der Gerichtsprozess, in dem es um Prostitution in Luxemburg geht, wurde mit der Äußerung der Staatsanwaltschaft, dass es hier um massive Geldwäsche ginge, fortgesetzt. Einem Mann und zwei Frauen werden Zuhälterei und Freiheitsberaubung in Bezug auf mindestens zwölf chinesische Frauen vorgeworfen.

Zwölf Opfer

Drei Zeugen - darunter auch die Ex-Ehefrau des Angeklagten TianfangY. - berichteten, dass sie dem Angeklagten jeweils 5.000 Euro geliehen hätten. Die Zeugen bestätigten auch der Vorsitzenden Richterin, dass die Übertragung von Bargeld ohne Bank unter Chinesen üblich sei, denn über diesen Weg würde nie eine Transaktion bei einer Bank erfasst.

So hatte die 47-jährige Winnie M. Schwierigkeiten, glaubhafte Erklärungen abzugeben. Sie war für die Vermittlung zwischen den Prostituierten und den Freiern zuständig. M. arbeitete dabei mit zwei Handys. Da die Polizisten die Handys bei der Hausdurchsuchung nicht gefunden hatten, wollte die Vorsitzende Richterin wissen, wo die Geräte abgeblieben wären. „Ich habe sie im Keller versteckt“, sagte die Dame freimütig. Sie gab ferner zu Protokoll, dass eine Massage 400 Euro die Stunde kostete. Die Mädchen hätten von 10.00 bis 22.00 gearbeitet. Einige Freier hätten die Mädchen auch selbst direkt angerufen. Winnies Gehalt betrug dabei 750 Euro, Geld, das von der Arbeit der Mädchen stammte.

Bei der polizeilichen Hausdurchsuchung hatten die Polizisten Luxusartikel in fünf Kartons sichergestellt. Kleider, Handtaschen und Schuhe hätten nur so in der Wohnung rumgelegen. Sie stammten von der Ehefrau des Angeklagten, Jiaying Y., die, wenn sie mit ihrem Mann in China war, dort Markenartikel gekauft hätte - mit Geld, das wohl aus ihren Prostitutionsgeschäften stammte. Eine Kellnerin, die seit 2015 in Luxemburg wohnt und im selben Restaurant wie der Angeklagte Tianfang Y. arbeitete, kaufte am 21. Dezember 2015 mit der Kreditkarte des Angeklagten eine Louis Vuitton-Handtasche. Preis: 1.240 Euro. Auf Fragen nach weiteren Einzelheiten dieses Kaufs entgegnete die Zeugin, sie würde sich nicht mehr daran erinnern..

Ins Großherzogtum gelockt

Tianfang Y. verhedderte sich mehrmals in Widersprüche, allerdings gab er zu, zwei Mädchen für Luxemburg in Paris angeworben zu haben. Die Mädchen seien in Howald in einer Wohnung einquartiert worden, wo sie sich prostituierten. Er selbst habe auch mit den Mädchen Sex gehabt und wäre mit ihnen einkaufen gegangen. Ein Mädchen, das er auch in Paris anwarb, habe er in seinem Appartement wohnen lassen.

Dann sei er verhaftet worden; er gab an, dem Mädchen nur Gutes tun zu wollen.