LUXEMBURG
STEPHANIE LINDECK

Zu Beginn der Woche markierte der S&P 500 neue Allzeithochs. Am Mittwoch jedoch sah es dann zeitweise aus, als käme nun die Korrektur, welche viele Anleger längst für überfällig hielten. Die Volatilität an den Aktienmärkten stieg schlagartig auf 16 Prozent an, und der S&P 500 verzeichnete mit 1,8 Prozent den größten Tagesverlust seit September 2016. Im Zuge dessen geriet auch der US-Dollar unter Druck, sodass der Euro leicht über unser Dreimonatsziel von EUR/USD 1,11 kletterte.

Hintergrund sind die sich zuspitzenden Gerüchte um eine Verflechtung Russlands in die Wahlkampagne der Republikaner und ein möglicherweise daraus resultierendes Amtsenthebungsverfahren Donald Trumps. Bereits in den vergangenen Wochen hat der unorthodoxe und zum Teil erratische Führungsstil des neuen US-Präsidenten allemal für Verwunderung gesorgt. Gleichzeitig hat die neue Regierung es verfehlt, politische Erfolge vorzuweisen.

Die jüngsten Entwicklungen lassen Anleger zu Recht zweifeln, ob die neue Regierung in der Lage sein wird, die geplanten Reformen - insbesondere die Steuerreform - umzusetzen, war doch die Hoffnung auf Steuersenkungen einer der wichtigsten Treiber für die Aktienrally in den vergangenen Monaten. Die angespannte Stimmung ließ auch die Märkte in Europa zeitweise nachgeben, wenngleich in abgeschwächter Form. Eine gesteigerte Risikoaversion machte sich zudem im Zulauf bei sicheren Häfen wie Gold und dem Yen bemerkbar. Gleichzeitig sanken die Preise für Rohöl in der Erwartung eines schwächer als erwarteten US-Wirtschaftsaufschwungs.

Die politische Position Trumps mag geschwächt sein. Ein Amtsenthebungsverfahren mit einem von Republikanern dominierten Repräsentantenhaus wird es jedoch wohl nur geben, wenn handfeste und unwiderlegbare Beweise für ein Fehlverhalten des Präsidenten vorliegen. Sollten sich die Kapriolen fortsetzen, dürfte den Republikanern in den kommenden Zwischenwahlen im November 2018 eine schwere Zeit bevorstehen. Die Demokraten könnten dann die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen und rasch Anlass finden ein Amtsenthebungsverfahren anzustoßen.

Die politischen Unsicherheiten sind unserer Ansicht nach denn auch nur Anlass und nicht Ursache für den Rücksetzer. Die eigentliche Ursache für die Korrektur ist wohl eher, dass die Aktienmärkte in den USA den fundamentalen Entwicklungen etwas vorausgeeilt sind, was zu Preisübertreibungen führt. Die extrem niedrige Aktienmarktvolatilität kurz vor der Korrektur ist ein deutlicher Hinweis auf diese Übertreibung.

Darüber hinaus hat sich in den vergangenen Wochen die Aktienmarktentwicklung recht deutlich von den überwiegend negativen Überraschungen bei den US-Konjunkturzahlen abgekoppelt. Was den mittelfristigen Ausblick angeht, gibt es kaum Anlass zur Sorge. Die konjunkturelle Dynamik dürfte insbesondere im zweiten Quartal anhalten. Der Atlanta Fed GDPNow Index signalisierte diese Woche ein annualisiertes Quartalswachstum von über vier Prozent.

Damit bleiben die Gewinnaussichten der Unternehmen und die Aktienmärkte auch ohne wirtschaftspolitische Impulse mittelfristig gut unterstützt. Beweise für die gute Konjunkturlage lieferten denn auch ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis des Philadelphia Fed Index zur Wirtschaftsaktivität sowie eine weitere Verbesserung bei den Arbeitslosenanträgen.

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