PASCAL STEINWACHS

Da ein Bild ja anscheinend immer noch mehr als tausend Worte sagt, gab das „Wort“ gestern mit seinem Titelseitenfoto einen phänomenalen Einblick in seine erzbistumszeitungsliche Psyche, zeigte das Aufmacherbild doch unsere resolute Kulturministerin, wie sie nebst ihrem riesigen Schatten die Hand ausstreckt. So weit, so unspektakulär. Wegen der Hand, vor allem aber der Riesigkeit des Schattens, erinnert das Bild dann aber ganz stark an den Vampirglatzkopf Nosferatu, und zwar nicht an den putzigen Kinski/Herzog-Nosferatu, sondern an den schauderhaften Original-Stummfilm-Nosferatu aus dem Jahre 1922 - „Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens“ -, und das ist doch „wort“-licherseits eine Schändlichkeit sondergleichen.

Noch blasphemischer geht es allerdings auf den „Wort“-Politikseiten zu, wo brutalsterweise aufgezeigt wird, zu was Kirchen außer zum Beten noch so alles gut sind, nämlich zum PowerPoint-unterstützten Blau-Rot-Grün-Bashing, wollen Bettel & Co. sich doch bekanntlich an der wehrlosen Kirche vergehen. Diese schlägt jetzt aber zurück: „Auf der Leinwand vor dem Altar werden die betreffenden Passagen aus dem Regierungsprogramm von Blau-Rot-Grün eingeblendet“. Beim nächsten Mal dürfte die ganze Chose allerdings um einiges blutiger ausfallen...