LUXEMBURGDANIEL OLY

In der„Composition Academy“ kommen junge Talente und Profis zusammen

Gemeinsam mit Profis an neuen Kompositionen arbeiten: Was für viele junge Musiker ein Traum sein dürfte, wurde diese Woche für acht junge Komponisten aus aller Welt wahr. Seit Montag kamen sie mit den professionellen Komponisten Joanna Bailie und Franck Bedrossian in der Abtei Neumünster zusammen, um sich über neue Ideen für neue Stücke auszutauschen. Diese einmalige Chance bot ihnen die „Luxembourg Composition Academy“, die seit 2015 jährlich junge Musiker mit Experten zusammen bringt. In diesem Jahr fand sie anlässlich des „rainy days“-Festivals statt.

Die Idee ist simpel: Junge Komponisten, acht an der Zahl, können ihre frischen Musikideen während der gesamten Woche untereinander und mit den Profis austauschen. Gleichzeitig gibt es Workshops und mitunter individuelle „Masterclass“-Weiterbildungen, die von den beiden Professoren angeboten werden und vom ebenfalls präsenten „Lucilin Orchester“ musikalisch begleitet werden. Zu diesem Zweck kamen die Künstler in der Abtei Neumünster gemeinsam unter, um in direktem Kontakt bleiben zu können. So wurde seit Montag täglich musiziert, geübt und an den Stücken gefeilt.

Individuelle Musik

Einer der Teilnehmer, die sich für die Akademie beworben und qualifiziert haben, ist der gebürtige Argentinier Nicolás Medero Carrosa; er komponierte für die „Composition Academy“ seine Interpretation eines Gedichtes, „un rumor a lila rompiéndose“ für Bassflöte, Geige und Klavier. „Wir komponieren ein ganz individuelles Stück, eigens für die Akademie“, erklärt er im Interview. „Und das üben wir dann mit dem Ensemble ein und verfeinern es über die gesamte Woche.“ Seine Wahl sei ganz bewusst auf ein Instrumenten-trio gefallen; „hier können wir uns ganz individuell ausdrücken, aber auch unser Ästhetik-Verständnis erweitern“, meint er. „Jeder bringt seine persönlichen Aspekte in der Komposition unter, hat seinen eigenen Stil. Es ist sehr toll, zu sehen, was dabei heraus kommt!“

So wird gemeinsam einstudiert, was die jungen Künstler zuvor in Eigenregie komponiert haben. „Wir tauschen uns untereinander und natürlich vor allem mit den Profis aus“, erklärt Medero Carrosa. „Dieser Austausch, dieses Feedback ist mir extrem wichtig.“ Es sei zudem eine hervorragende Möglichkeit, zu erhaschen, mit welchen Ideen derzeit rund um die Welt in der Musikschöpfung gearbeitet werde. Er selbst studiert so etwa in Straßburg. „Das Interessante ist doch, dass wir aus vielen unterschiedlichen Richtungen, Schulen und Backgrounds kommen“, erklärt der junge Komponist.

Das Komponierte schließlich nicht nur mit einem Orchester einzustudieren und mit Profis abzusprechen, sondern außerdem noch ein Konzert zu geben, sei ebenfalls ein attraktiver Teil der „Composition Academy“: „Es gibt uns die Chance, in die professionelle Welt einzutauchen und erste wichtige Verbindungen zu knüpfen.“ Luxemburgs „Composition Academy“ sei dabei einer der wichtigsten „Stepping Stones“ im Internationalen Vergleich, wie Medero Carrosa erklärt. Er habe zudem bereits an anderen Akademien teilgenommen: „Das ist ein wichtiger Abschnitt in der Aus- und Weiterbildung eines jungen Künstlers“, erklärt er weiter.

In Luxemburg war er aber zum ersten Mal - und ist begeistert. „Man sieht und merkt direkt: Es ist eine ganz besondere Stadt“, meint er. „Diese Stadt inspiriert!“

Sehr zufrieden ist er zudem mit dem Ablauf der „Composition Academy“. „Es ist hervorragend organisiert, und das Feedback der Professoren ist wirklich hilfreich“, betonte er. „Eine echte Akademie eben.“

Durch die Einbindung in das „rainy days“-Festival kamen die Künstler zudem in den Genuss von mehr Publicity - das soll in Zukunft weiter so bleiben, die „Composition Academy“ wird demnach auch künftig weiter im November ein Highlight in der Musikszene bleiben.

An diesem Samstag ist das Abschluss-Konzert.
Mehr Informationen unter tinyurl.com/CompAcademy