LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

„Scherzo“ von Roland Schauls im Espace 2 der Galerie Clairefontaine

Der Luxemburger Roland Schauls ist spätestens seit seiner monografischen „Capriccio“-Ausstellung im Musée National d’Histoire et d’Art in Luxemburg auch außerhalb der luxemburgischen Galeriemauern bekannt. Schauls, der zwischen seinen Ateliers in Luxemburg und Deutschland hin und her pendelt, sollte lediglich ein einziges Werk für das Museum am Fischmarkt anfertigen. Es sind im Endeffekt aber 24 Tableaus und 280 Zeichnungen geworden, was das Museum dazu veranlasst hat, eine eigene Schauls-Ausstellung auf die Beine zu stellen. Wer durch diese Expo auf den Geschmack von Schauls Kunst gekommen ist oder vielleicht nie genug Schauls bekommen kann, dem bietet sich noch bis kurz vor Weihnachten die Gelegenheit, die „Scherzo“-Ausstellung des Luxemburgers im Espace 2 der hauptstädtischen Galerie Clairefontaine zu besuchen.

Formen als Rohmaterial

Seine Kutter-Phase hat der Luxemburger abgeschlossen oder sollte man eher sagen, dass er sich temporär von dem luxemburgischen Künstler verabschiedet hat? Vielleicht würde er irgendwann wieder einmal auf ihn zurückkommen, erklärt Schauls, während er in der Clairefontaine-Galerie ein paar seiner älteren Werke unter die Lupe nimmt, die provisorisch links und rechts neben den „Scherzo“-Werken stehen. Er sei gerade dabei, Inventur zu machen, erklärt der Künstler. Für die aktuellen Arbeiten verwendet der Luxemburger Formen - „das Rohmaterial“ -, um damit eine neue malerische Synthese zu kreieren. Schauls malt nicht naturalistisch; was zählt, ist die Bild-immanente Wirklichkeit.

Vertonung der Bilder

Innerhalb der Bilderrahmen bewegt sich der Luxemburger auf einem Testfeld, auf dem er mit Formen herum experimentiert; Botschaften möchte er seit jeher keine übermitteln. Auf eine Vielzahl seiner neuen Werke hat Schauls eine goldfarbene Grundierung aufgetragen, um herauszufinden, wie sich Räume verhalten, wenn sie auf Lichtquellen, zum Beispiel auf Gold gemalt werden.

Wenn die aktuelle Ausstellung den Namen „Scherzo“ trägt, wird die erste Vertonung eines Schauls-Werkes wohl nicht lange auf sich warten lassen? „Es ist eine Überlegung wert“, erklärt Schauls amüsiert.
galerie-clairefontaine.lu - „Scherzo“ von Roland Schauls im Espace 2
der Galerie Clairefontaine noch bis zum 23. Dezember