CLAUDE KARGER

Kurz vor der Walpurgisnacht herrschte am Samstag so mancherorts Kampfstimmung im heimischen Blätterwald. Aus der Escher Kanalstrasse gab’s Saures für das Patronat, aber auch für den LCGB, der nicht weiteres sei als „un des bras armés de la pieuvre chrétienne-sociale, ce mollusque considéré comme le plus intelligent de son espèce, ainsi que le prouvent les 2.000 ans d’histoire auxquels l’Eglise catholique a survécu“ und sogar für den Banken- und Medienmogul Luc Frieden. Der habe als Finanzminister viel mehr über die „Tax-Rulings“ gewusst als die Angeklagten im „LuxLeaks“-Prozess. „Verglichen mit Frieden sind Deltour und Halet die reinsten Messdiener“, urteilt der „T“-Kommentator. „Die Rulings waren ein wichtiges Werkzeug in der Geschirrkiste des Bankenplatzes, das mit zur Anwendung der Gießkannenpolitik beitrug, von der jeder im Land sich gerne nass machen ließ“, befindet indes der „Wort“-Wochenrückblicker. Dass der heilige Mammas der Patron der Finanzbeamten, Steuerberater und interessanterweise auch der Steuerhinterzieher ist, weiß ja jeder, aber welcher Engel schützt eigentlich Finanzminister? Passen würde Walpurga, die laut Erzbistumszeitung auch „als Patronin für das Gedeihen der Feldfrüchte“ gilt, „sie wird gegen Hungersnot und Missernte, Hundebiss, Tollwut, Pest, Seuchen, Husten, Augenleiden und Sturm angerufen“. Hatschi!