LUXEMBURG
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Brustkrebs-Screening-Raten in den EU-Ländern sehr unterschiedlich

Brustkrebs, auch Mammakarzinom, ist mit über 400 Neuerkrankungen jährlich die häufigste Krebserkrankung bei in Luxemburg lebenden Frauen und macht mehr als ein Drittel der onkologischen Neuerkrankungen bei der weiblichen Bevölkerung aus. Brustkrebs ist bei Frauen außerdem die Todesursache Nr. 1 unter den Krebserkrankungen“ - dies teilt die Fondation Cancer mit.

Man unterscheide je nach den Zellen, aus denen sich der Tumor entwickelt, zwischen unterschiedlichen Arten von Brustkrebs, so die Stiftung weiter. Bei den meisten Brustkrebserkrankungen (95 Prozent) handele es sich nach Aussage der Fondation um Adenokarzinome, die sich aus den Epithelzellen der Brustdrüse entwickeln.

Adenokarzinome bilden sich in der Mehrzahl der Fälle aus Zellen der Milchgänge (duktaler Zelltyp) und selten aus den Zellen der Drüsenläppchen (lobulärer Zelltyp). Weiterhin unterscheidet man zwei Klassen von Brustkrebs: die In-situ-Karzinome und infiltrierende Tumoren.

Fondation Cancer informiert

Solange sich die Krebszellen ausschließlich innerhalb der Milchgänge oder der Drüsenläppchen befinden und der Tumor die Basalmembran, also die Grenzlinie zum umgebenden Gewebe, nicht durchbrochen und das umliegende Gewebe somit noch nicht infiltriert hat, spreche man von einem In-situ-Karzinom, so die Stiftung in ihrer Infobroschüre. „Diese Karzinome treten am häufigsten in den Milchgängen auf: Acht bis neun von zehn In-situ-Karzinomen betreffen die Milchgänge. In-situ-Karzinome der Drüsenläppchen sind weitaus seltener.“

Haben die Krebszellen das die Milchgänge und Drüsenläppchen umgebende Gewebe befallen, spricht man von einem infiltrierenden Tumor. Infiltrierende Tumoren können bis in die Lymphknoten und andere Bereiche des Körpers streuen.

Daher ist die Mammografie, die radiologische Untersuchung der Brüste, sehr wichtig. Sie umfasst eine Basismammografie sowie nachfolgend gezielte Aufnahmen der verdächtigen Bereiche. Ergänzend zur Mammografie kann eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen oder eine Gewebeprobe aus dem verdächtigen Gebiet entnommen werden. Doch im Jahr 2017 war der Anteil der Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren, die innerhalb der letzten zwei Jahre auf Brustkrebs mittels Mammographie untersucht wurden, in den einzelnen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich. Dies geht aus einer Eurostat-Veröffentlichung hervor. Auf der Grundlage von Screening-Programmen hatten acht Mitgliedstaaten Brustkrebs-Screening-Raten unter 50 Prozent, wobei die niedrigsten Raten in Rumänien (0,2 Prozent der Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren - Daten für 2015), Bulgarien (20,6 Prozent) und der Slowakei (30,7 Prozent) zu verzeichnen waren. Dagegen gab es vier Mitgliedstaaten, die Brustkrebs-Screening-Raten von 75 Prozent oder mehr meldeten: Dänemark (82,1 Prozent im Jahr 2016), Finnland (81,9 Prozent), die Niederlande (78,2 Prozent im Jahr 2015) und das Vereinigte Königreich (75,1 Prozent). In Luxemburg lag der Prozentsatz bei 56,3.