SAARBRÜCKEN
DPA/LRS

Saarland: Mutmaßlicher Anschlagsversuch auf Innenminister Bouillon

Nach einem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf den Dienstwagen des saarländischen Innenministers Klaus Bouillon (CDU) ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Saarbrücken wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die Ermittlungen richteten sich gegen Unbekannt und würden „in alle Richtungen geführt“, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Saarbrücken mit. Dies schließe „auch möglicherweise staatsgefährdende Motive“ ein. Weitere Auskünfte könnten aus Gründen des Verfahrensschutzes derzeit nicht erteilt werden, sagte er.

Kein harmloser Spaß

Am Dienstwagen von Minister Bouillon sollen mehrere Radschrauben vorsätzlich gelockert und gelöst worden sein. Die Polizei geht davon aus, dass die Tat zwischen dem 1. und dem 5. Mai passiert ist. Der Minister habe die Manipulation bei einer Fahrt in St. Wendel selbst gemerkt, weil das technische System in der Limousine Alarm geschlagen hatte. Mögliche Zeugen der Tat sollten sich bei der Polizei melden, teilten die Beamten mit. Zuvor hatte die „Saarbrücker Zeitung“ (Donnerstag) darüber berichtet.

Die saarländische Landesregierung hat den mutmaßlichen Anschlagsversuch auf den Minister „aufs Schärfste“ verurteilt. „Wenn sich der mutmaßliche Anschlag auf Klaus Bouillon bewahrheitet, ist das ein Angriff auf die Grundfeste unserer Gesellschaft“, teilte Regierungssprecher Alexander Zeyer in Saarbrücken mit. „Eine solche Tat ist kein harmloser Spaß – da müssen wir als Gesellschaft und Rechtsstaat entschieden und mit aller Konsequenz entgegentreten.“ Zeyer sagte weiter: „Unsere Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen, dem politischen Diskurs und dem Ringen um die richtigen Weichenstellungen. Aber Einschüchterung und körperliche Gewalt sind mit Nichts zu rechtfertigen – dafür ist in unserer freien und offenen Gesellschaft kein Platz.“ Die Polizei hat den Dienstwagen zur weiteren Spurensuche sichergestellt, die Sicherheitsmaßnahmen für Bouillon wurden verschärft.