CLAUDE KARGER

Wieder mal toll, dieser Nachtmarathon. „Wenn sich 100.000 Zuschauer entlang der 42,195 Kilometer langen Strecke tummeln, um 16.000 Menschen beim Schwitzen zuzuschauen, dann ist vom größten nationalen Sportevent die Rede“, schwärmte das „T“, das die Preisgeld-Erfolgsformel für Topp-Renner wie folgt auf den Punkt brachte: „Mehr Speck, mehr Mäuse“. So simple Erfolgsformeln gelten bei Wahlen freilich nicht. Rezepte für Desaster aber schon. „Man hat zwar ein Drittel der Prozentpunkte von 2014 und dazu noch einen Sitz verloren, aber hey, das Ziel hat man trotzdem erreicht“, stichelt der „Wort“-Wochenrückblicker Richtung Europawahl-Verlierer CSV. Die „Wort“-Leitartiklerin glaubt der Geschichte der heroischen christsozialen Verjüngungsstrategie indes ganz und gar nicht. „Die CSV musste nämlich aus der Not eine Tugend machen, weil ihre etablierten Mitstreiter der neuen Führungsmannschaft allesamt eine Absage erteilt haben“. Aha! Erleichtert scheint man beim „Wort“ jedenfalls zu sein, dass Gibéryens Gast ein Europaparlamentsmarathon erspart bleibt: „Es hat nicht viel gefehlt und das inoffizielle Chamber-Maskottchen hätte den beschwerlichen Weg nach Brüssel und Strassburg antreten müssen“. Wer wird eigentlich nach dem Austritt des adr-Urgesteins neues inoff. Maskottchen? Vorschläge, „anyone“?