LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

CEPS/INSTEAD: Kampf gegen Armutsrisiko bei Kindern ist möglich

Nicht wenige der EU28-Länder stehen vor großen Herausforderungen: In Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Lettland liegt das Armutsrisiko bei Kindern (0-17 Jahre) zwischen 40 und 52%. Auch in Italien, Spanien, Litauen und Kroatien ist der Anteil der Kinder, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, hoch (31-35%). Luxemburg situiert sich im Mittelfeld (22-30%), genau wie Portugal, Belgien und Polen beispielsweise. Andere Länder, wie Finnland, Dänemark, Deutschland oder die Niederlande haben einen niedrigen Risikofaktor.

Verbesserungsmöglichkeiten

Diese Gegebenheiten hat CEPS/INSTEAD analysiert. Das Fazit ist klar: In jedem Land, so gering das Armutsrisiko auch sein mag, sind Verbesserungen möglich. Letztendlich hänge die soziale und wirtschaftliche Zukunft der EU eng mit den Anstrengungen zusammen, die jedes Land in diesem Bereich unternehme. In fast allen EU-Ländern sehen sich Kinder einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt, als dies bei der Gesamtbevölkerung der Fall ist, auch in Luxemburg, wo das Missverhältnis sogar ziemlich deutlich ist.

In diesem Zusammenhang hatte die EU-Kommission bereits im Februar 2013 Empfehlungen unter dem Thema „Investing in children: breaking the cycle of disadvantage“ veröffentlicht. Nun haben Experten analysiert, was genau die EU-Länder und die Kommission tun müssen, um diese in die Tat umzusetzen.

Empfehlungen für Luxemburg

Der Bereich „Early childhood education and
care“ sollte ausgebaut werden. Daneben sollte darüber gewacht werden, dass gefährdete Bevölkerungsgruppen über ein angemessenes Einkommen verfügen. Das Großherzogtum muss überdies die Bildungsqualität verbessern und dabei die wachsende Anzahl der Kinder und Jugendlichen im Auge behalten, deren Muttersprache nicht eine der Sprachen Luxemburgs ist. Darüber hinaus sollten diesseits der Grenzen die Kapazitäten der Dienste ausgebaut werden, die soziale und finanzielle Unterstützung bieten. Besonders bezieht sich dies auf eine Personalaufstockung. Außerdem sollte mehr in Bezug auf die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben getan werden.