LEUDELINGEN/LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Neue Ortsmitte bis 2031: Shared Space, ein neuer Park und ein erweitertes Rathaus

Im Leudelinger Gemeinderat gibt es für gewöhnlich eine gesunde Konkurrenz zwischen Mehrheit und Opposition, gestern war man sich bei einer zentralen Frage aber weitgehend einig. Offiziell hieß der Tagesordnungspunkt „Décision de principe, approbation du schéma directeur“. Trotz einiger Kritikpunkte wurde der Masterplan für die Neugestaltung des Zentrums von Leudelingen von den Gemeinderäten einstimmig angenommen.

Der vom Architekturbüro WW+ zusammen mit Schroeder & Associés (Verkehr) und Ernst+Partner (Landschaftsarchitektur) erarbeitete Masterplan setzt sich mit der Polarität aus dörflicher Struktur und de facto städtischer Entwicklung auseinander.

Konsequente Bürgerbeteiligung

Dem Plan sind einjährige Vorarbeiten und Analysen unter Einbindung der Bürger vorausgegangen. Laut den vorliegenden Presseunterlagen wurden im Rahmen der Bürgerbeteiligung (etwa 160 Personen) „Ideen und Bedürfnisse der Einwohnerinnen und Einwohner“ zu den Themenfeldern Mobilität, öffentlicher Raum, Lebensraum und -qualität und kommunale Funktionen gesammelt.

Zwei Workshops fanden im Februar und März 2019, einmal für die Bevölkerung und einmal für die Mitarbeiter der Kommunal- und Fachverwaltungen, statt. Die Ergebnisse der Workshops wurden im September in einem Gutachten veröffentlicht, das sowohl Sofortmaßnahmen als auch längerfristige Projekte vorschlägt. Im Rahmen der Beteiligung der Bürgerschaft erfolgte im Dezember 2019 die Präsentation des Konzeptes zur Weiterentwicklung des Ortskerns. Jeder Teilnehmer konnte nachvollziehen, was aus seiner Idee wurde und sich gleichzeitig ein Bild vom „neuen“ Leudelingen machen.

Shared Space

In Abstimmung mit der Straßenbauverwaltung „Ponts et Chaussées“ soll durch einen Shared Space - mit Tempo 30 - in der Ortsmitte, ähnlich wie in Bartringen, der öffentliche Raum wieder allen Nutzern zur Verfügung stehen. Der Shared Space soll das Zentrum mit stimmigen Infrastrukturen positiv prägen.

Kommunale Funktionen

Auf dem „Place des Martyrs“ ist die Erweiterung des Rathauses vorgesehen, die dringend geboten ist. Am „Place du Lavoir“ werden neue Gebäude vorgeschlagen, die im Erdgeschoss Gewerbe und im Obergeschoss Wohnungen aufnehmen sollen. Eine Freizeitanlage nahe des Schulcampus soll sich in Richtung Landschaft öffnen.

Die „Drosbech“ soll indes renaturiert werden und entlang eines Parks verlaufen, der einen Ort zum Entspannen und Spazieren im Ortskern darstellen soll. Angebunden an das Radverkehrsnetz wird das Zentrum noch leichter zugänglich. Eine Abfolge von öffentlichen Plätzen und Bereichen, die Radfahrer und Fußgänger begünstigen, ermöglicht die Durchquerung des Ortskerns vom Park bis hin zum Rathaus.

Der Zeitplan sieht eine Umsetzung bis zum Jahr 2031 vor.