WASHINGTON
DPA

US-Präsident Donald Trump hat die britische Premierministerin Theresa May als ersten ausländischen Staatsgast seit seinem Amtsantritt vor einer Woche in Washington empfangen. Bei dem einstündigen Gespräch sollte es am Freitag um die Themen Freihandel, Sicherheit und die Zusammenarbeit der Geheimdienste gehen. May hatte bereits tags zuvor zwar das „besondere Verhältnis“ zwischen den beiden Ländern betont, jedoch klare Worte an die Adresse von Trump gerichtet.

Die USA und Großbritannien müssten international Verantwortung übernehmen und Führung zeigen, forderte sie. Militärische Interventionen wie im Irak oder in Afghanistan dürfe es jedoch nicht mehr geben. Beide Politiker wollten anschließend eine gemeinsame Pressekonferenz geben. May hatte zuvor auf dem Soldatenfriedhof Arlington bei Washington einen Kranz niedergelegt.

May will vor allem den Weg ebnen für ein bilaterales Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA. Die Briten brauchen dringend eine solche Partnerschaft für die Zeit nach dem Verlassen der EU. Andernfalls hätten sie sowohl zum europäischen Binnenmarkt als auch zum riesigen US-Markt keinen geregelten Zugang. Präsident Trump zieht generell bilaterale Abkommen Verträgen mit mehreren Beteiligten, wie dem auf Eis gelegten TTIP, vor.

Allerdings darf Großbritannien offizielle Verhandlungen mit einem Partner erst nach dem Austritt aus der EU aufnehmen. Der Antrag für das Verlassen der Union ist noch nicht einmal formell gestellt. Gerechnet wird mit dem Brexit im März 2019.

Großbritanniens Finanzminister Philip Hammond erklärte am Freitag in Brüssel, sein Land sei nach wie vor Vollmitglied der EU und werde sich an die in der Union geltenden Regelungen präzise halten. Auch auf US-Seite waren die Vorbereitungen des Besuches nicht optimal. Donald Trump hat bisher weder einen vereidigten Außen-, noch einen Handels- oder einen Finanzminister, die fachlich in die Gespräche hätten eingreifen können.

May hatte in ihrer Rede am Donnerstag in Philadelphia deutlich gemacht, dass internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen bei allem Reformbedarf weiterhin entscheidende Bedeutung haben. Auch die Nato hält die Britin für elementar in Bezug auf die Sicherheit des Westens. Trump hatte das nordatlantische Verteidigungsbündnis in einem Interview als „obsolet“ bezeichnet. Allerdings vertritt sein besser informativer Verteidigungsminister James Mattis eine grundlegend andere Meinung.