LUXEMBURG
ANNETTE DUSCHINGER

Der Mangel an dienstbereiten Kinderärzten wächst sich im Norden zum Problem aus

Mit einer eigentlich auf den Notdienst im Norden des Landes ausgerichteten Frage an den Gesundheitsminister sprach der DP-Abgeordnete Fernand Etgen kürzlich ein heikles Problem von landesweitem Interesse an. Er machte sich Sorgen über das Centre Hospitalier du Nord (CHDN), das Probleme habe, auf Fachärzte, vor allem auf Kinderärzte und Zahnärzte, für die Notdienste zurückgreifen zu können.

Die Luxemburger Kinderarztgesellschaft SLP habe diverse Lösungen vorgelegt, wie die Aufnahme pädiatrischer Notfälle sichergestellt werden kann - nicht nur in der Nordregion, sondern im ganzen Land. Diese Vorschläge werden derzeit vom Ministerium untersucht, teilte Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo (LSAP) ihm nun mit.

Vorschläge der LuxemburgerKinderarztgesellschaft

Im Wesentlichen gehe es darum, in Notfällen auf die „Maisons médicales“ zurückzugreifen und die Kinderärzte an diesen Diensten zu beteiligen. Dem habe die Regierung im Staatshaushalt 2014 schon Rechnung getragen. Die Dienstlast soll zudem auf alle in Luxemburg niedergelassenen Kinderärzte verteilt werden. Und es soll ein professionalisierter „Triage“ pädiatrischer Fälle in den Notaufnahmen der Krankenhäuser eingeführt werden.

Im Norden wurde im Oktober vergangenen Jahres in einer spontanen Solidaritätsaktion ein Pilotprojekt der Kinderarztgesellschaft auf die Beine gestellt. Es wurde für die Abdeckung der Dienste im Krankenhaus auf niedergelassene Kinderärzte zurückgegriffen, die nicht am CHDN agreiert sind und dort über Betten verfügen. Seinen Informationen nach habe dieser solidarische Elan aber nicht ausgereicht, um durchgängig auf einen Kinderarzt für die Notsprechstunde zurückgreifen zu können. Das Ministerium führe nun Gespräche mit der SLP, die darauf abzielen, die Dienste in der Nordregion in einer nationalen Perspektive zu reorganisieren, um eine angemessene, sichere, wirksame und effiziente Antwort auf den Bedarf an Notfallbehandlungen zu finden, schreibt der Minister.

Er verweist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Ärztegesetz jeden in Luxemburg niedergelassenen Facharzt dazu verpflichtet, sich am Krankenhaus, „auquel il est attaché“ an den Bereitschaftsdiensten zu beteiligen. Auch der Deontologiekodex der Ärzte sehe das vor.