LUXEMBURG
MATHIAS LENTZ

Heute findet der Welttag des Bieres statt. Der Luxemburger liebt bekanntlich sein Bier, doch es gibt zahllose gute Gründe, neue Biersorten auszuprobieren. Auch im Großherzogtum hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Mathias Lentz, Präsident der „Confédération des Brasseries et des Brasseurs du Luxembourg“ (CBBL) und bei der Brasserie Nationale tätig, erklärt, wieso eine Kostprobe sich lohnt:

„Luxemburgisches Bier wird immer interessanter. Wir haben immer mehr Mikrobrauereien, die sich in Luxemburg entwickeln. Das bedeutet, dass mehr Sorten zur Auswahl stehen. In Luxemburg hat sich, was die Sorten angeht, einfach sehr viel getan. Vor 30 Jahren fand man hier im Land eigentlich nur Pils-Biere vor. Bei uns in der Bofferdinger Brauerei beispielsweise gab es damals nur das Pils vom Fass, in der Büchse und in der Flasche. Heute haben wir 23 verschiedene Brauereien in der CBBL und die produzieren allesamt teils sehr unterschiedliche Biersorten.

Die Qualität des Biers steigt ebenfalls. Das hängt auch mit der Technologie zusammen. Auch die Mikrobrauereien kaufen Material ein, das Gutes leistet. Natürlich ist es immer noch Geschmackssache, ob das Bier einem mundet. Die einen bevorzugen Bier mit mehr Hopfen, die anderen eben etwas Leichteres. Menschen, die früher Wein oder Cocktails getrunken haben, greifen nun öfter zum Glas Bier. Gleichzeitig ist der Anteil jener, die sich absolute Markentreue geschworen haben, zurückgegangen. Heute trinken sie alles, Hauptsache es ist qualitativ hochwertiges Bier.

Biobier spielt bei der Diversifizierung auch eine wichtige Rolle. Die Vorteil liegen auf der Hand: So unterstützen die Brauereien lokale Produkte, denn wir arbeiten hier mit den luxemburgischen Bauern zusammen. Wir wissen deshalb auch, wo alles herkommt und was alles drinsteckt. Und unser Markt besteht nicht nur aus dem Großherzogtum, sondern auch aus der Großregion, von wo wir auch unsere Rohstoffe erhalten.

Global betrachtet ist es einfach wichtig, dass die Menschen sich für ihr Bier interessieren. In Luxemburg gibt es nicht nur drei große Brauereien, sondern auch viele kleine Unternehmen in dem Bereich. Man sollte auf jeden Fall einmal hingehen und sie ausprobieren. Man sieht dann, dass wir ein kleines Land, aber eine große Biernation sind. Dazu passt, dass auch das Interesse am Bierbrauen selbst in den letzten Jahren gestiegen ist. Die Bierbraukultur ist definitiv bei uns angekommen. Wir geben die Menschen auch die Möglichkeit, sich bei uns zu informieren und den Brauvorgang für sich zu entdecken“